Hof Hofer OB fordert Begrenzung des Zuzugs von Flüchtlingen

In jedem Monat kommen 160 Menschen mit Migrations- Hintergrund nach Hof. Der Anteil von jungen Ausländern wächst - in manchen Schulklassen auf 100 Prozent.

Hof - Keine Stadt in Bayern hat soviel Zuzüge im Vergleich zur Einwohnerzahl zu verzeichnen wie Hof. Bundesweit rangiert die Stadt hinter Salzgitter an zweiter Stelle. Pro Monat ziehen rund 160 Menschen nach Hof. Die Ausländerquote liegt bei 16 Prozent. In manchen Klassen einer Brennpunkt-Schule sogar bei knapp 100 Prozent. Das könne nicht so weitergehen, kritisiert der Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner. "Wir sind eine Stadt mit begrenzten Kapazitäten." Seiner Einschätzung nach stehen sogar "organisierte Gruppen" dahinter, die aus dem Zuzug Profit schlagen. Die faire Verteilung von Flüchtlingen, die der Freistaat versprochen habe, müsse schnell angegangen werden.

Fichtner sieht die Möglichkeiten der Integrationsarbeit der unvermittelt hohen Zuzüge wegen in seiner Stadt am Ende des Machbaren. "Wir müssen schon aufpassen, dass wir nicht dauerhaft eine Parallelwelt bekommen, die in Sprache, Werten und Rechtsverständnis nicht mehr in unsere Gesellschaft eingegliedert werden kann", sagt er. Das sei in manchen französischen Großstädten schon der Fall, auch in manchen Stadtvierteln deutscher Städte. Das wünsche er sich für Hof nicht.

Im Rathaus kann derzeit keiner sagen, wie es aussehen wird, wenn der Familiennachzug anläuft. Eine zahlenmäßige Begrenzung der nachziehenden Familienmitglieder pro Flüchtling gebe es im Aufenthaltsgesetz nicht. Das ist für den Hofer OB ein weiterer Grund zur Kritik: "An mehreren Stellen der aktuellen Rechtslage muss man aus meiner Sicht schon die Frage stellen dürfen, ob unser Rechtssystem und damit auch unsere aktuelle Rechtsprechung auf die derzeitige Lage ausgelegt sind." Dabei: Keine andere Stadt Oberfrankens hatte im Jahr 2016 so viele neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu verzeichnen wie Hof. Qualifizierte Menschen ziehen zu, die Verschuldung der Stadt ist auf das Niveau von 1996 gesunken. Die Arbeitslosenquote war auf fünf Prozent geschrumpft - und nun: Aufgrund der häufig kaum qualifizierten Migranten ist sie wieder auf sieben Prozent angestiegen. 550 Bedarfsgemeinschaften mit Flüchtlingshintergrund sind im Jobcenter Hof-Stadt gemeldet - dagegen stehen nur 189 in Coburg, 258 in Bayreuth oder 394 in Bamberg. "Das ist ein Alarmzeichen für unsere Haushälter", sagt der Hofer OB. Lokalteil

 

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