Jugendliche in China dürfen nur noch drei Stunden pro Woche online am Computer spielen: Freitagabend, samstags und sonntags sind je eine Stunde erlaubt, nach 22 Uhr geht ebenso nichts mehr wie unter der Woche. Diese Meldung, die in vielen großen Medien lief, hatte vor knapp zwei Jahren die weltweite Spieler-Community aufhorchen lassen: Der Staat hatte die rigorose Einschränkung erlassen, weil immer mehr Jugendliche an den Folgen von Computerspielsucht litten – und an den Begleiterscheinungen, die auftreten, wenn junge Menschen zehn Stunden und mehr am Tag vor dem Rechner sitzen. Was der autoritäre Staat mit jenem Eingriff in den Markt und die Privatsphäre seiner Einwohner angeht, wird hierzulande ganz anders versucht: „Um junge Leute weg von den Bildschirmen zu holen, darf es nicht nur Verbote geben. Viel mehr noch muss man ihr Interesse an anderen Dingen wecken“, sagt Janina Dill. Doch zu den Themen, die die Stadtjugendpflegerin zu bearbeiten hat, gehören auch PC-Spielsucht, Cybermobbing oder der Eindruck junger Leute, dass ohnehin niemand auf sie hört. Der Ansatz: Immer erst mal da sein – dann geht meist mehr, als man denkt.
Hof Jugendarbeit ist mehr als Billardtisch
Christoph Plass 23.03.2023 - 16:00 Uhr