Hof Kaufhof-Hotel: Der Denkmalschutz bleibt hart

Noch acht Tage, dann ist endgültig Schluss: Der Hofer Kaufhof öffnet am 12. Januar zum letzten Mal seine gläsernen Schwingtüren. Foto: Schobert

Die Investoren dürfen nur wenig verändern an der Fassade des Kaufhofs. Dafür verschwindet die Rolltreppe.

Hof - Einzigartig sei sie, ein Symbol der Architektur der Nachkriegsjahre. Und so solle es auch bleiben, wenn es nach dem Landesamt für Denkmalpflege geht. Das hat erneut betont, wie besonders die Front des Kaufhofs ist. Baulich verändern darf der Eigentümer des Hauses kaum etwas an der Fassade, hat eine Nachfrage der Frankenpost ergeben. Der Kaufhof bleibt jenen Hofern, die dem Warenhaus nachtrauern, also immerhin optisch erhalten. Die "selten gewordenen Zeugnisse der Technikgeschichte", wie es vom Amt heißt, überdauern also auch den Umbau, der das Bild der Innenstadt in den nächsten eineinhalb Jahren mitprägen wird. Lediglich das sogenannte Vordach, das "flying-roof", zwischen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss, dürfe angepasst werden. Der jetzige Überbau verschwindet. Die Fassade bildet über alle vier Ebenen eine Front, im Erdgeschoss entsteht laut Investor eine "ladentypische Glasfassade". Im Erdgeschoss entstehen drei Einzelhandelsgeschäfte, die sich bis in den ersten Stock ziehen.

Die Fassade des Kaufhofs ist eine sogenannte Vorhangwand aus Glas und Aluminium, in der Fachsprache curtain wall genannt. Im Zuge der Gebäudesanierungen in den 1970-er Jahre sind bei allen Kaufhof-Bauten in Bayern die Fassaden dieses Typs entfernt worden - einzige Ausnahme war der Hofer Kaufhof. "Bundesweit dürfte es sich um eines der letzten, wenn nicht das letzte Gebäude mit dieser Fassadentechnologie handeln", sagt eine Sprecherin des Landesamtes für Denkmalpflege im vergangenen Jahr. Inwieweit die Fassade mit Farbe verändert wird, ist noch offen. SPD-Stadtrat Rainer Kellner hatte jüngst den Wunsch geäußert, das Erscheinungsbild des Kaufhofs zu verbessern.

Bis zum 30. Juli 2018 durfte sich übrigens auch die historische Rolltreppe im Inneren des Kaufhofs als Denkmal bezeichnen. Weil es für den Etagenzubringer aber keine Ersatzteile mehr gibt und der Erhalt den Umbau zum Hotel zu sehr einschränken würde, sei hier "der Erhalt bedauerlicherweise nicht realisierbar". SöGö

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