Hof Stadt Hof hat höchste Arbeitslosenquote Bayerns

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Haßberge ist von Juni auf Juli um 24 auf 1735 Personen gestiegen. Das waren 448 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Foto: Oliver Berg/dpa Quelle: Unbekannt

In keiner anderen Stadt in Bayern gibt es so viele Erwerbslose. Zwar verbessert sich die Situation im Vergleich zum Vormonat, 2019 waren die Zahlen aber deutlich besser.

Hof – Die Folgen der Corona-Krise machen vor der Stadt Hof nicht halt. Das geht aus dem obligatorischen Monatsbericht der Agentur für Arbeit hervor. Im Vergleich zum Rest des bis Bayreuth reichenden Agenturbezirks ist die Zahl der Arbeitslosen hier am deutlichsten zurückgegangen. Grund zur Freude ist das nur bedingt: Die Zahl der Arbeitslosen ist mit 7,2 Prozent die höchste in ganz Bayern. Zwar fiel sie im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Punkte auf 7,6 Prozent, ist damit aber deutlich höher als noch vor einem Jahr. Damals lag sie bei nur 5,8 Prozent.1739 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet, 105 weniger als im Vormonat und 347 mehr als im Juli 2019.

Im Landkreis ging die Zahl moderater zurück. 1891 Personen waren hier zu verzeichnen – zwölf weniger als im Vormonat, aber 576 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb konstant bei 3,7 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 2,6 Prozent.

Die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit ging im Juli erneut weiter zurück. Gleichzeitig stiegen die Arbeitsaufnahmen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Maßnahmen, Qualifizierungen und Sprachkurse laufen wieder gut an, was sich insbesondere im Stadtgebiet auf den Rückgang der Arbeitslosigkeit auswirkt.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat kräftig zugenommen. Trotz Kurzarbeit überstieg sie im Landkreis sogar wieder das Vorjahresniveau. 395 offene Stellen wurden für den Raum Hof gemeldet, 105 mehr als im Juni. Seit Jahresbeginn gingen insgesamt 2566 Angebote ein, 277 weniger als im vergleichbaren Zeitraum 2019. Vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben zeigte sich reger Bedarf.

Auch auf dem Ausbildungsmarkt in Hof wirken sich die verschobenen Schulabschlussprüfungen und gleichzeitig die späteren Entscheidungen der Ausbildungsbetriebe zu Ausbildungsverträgen aus. Mit 458 Ausbildungsstellen quer durch alle Branchen und Berufe stehen den Jugendlichen jedoch grundsätzlich weiter alle Möglichkeiten offen. 322 Jugendliche haben bisher noch keine Entscheidung für den Berufsstart getroffen. Rechnerisch entfallen damit auf jeden Interessenten 1,4 Ausbildungsangebote.

Auf dem Ausbildungsmarkt stellt die aktuelle Situation sowohl Jugendliche als auch Betriebe vor besondere Herausforderungen. Mit 1531 offenen Ausbildungsplätzen bietet der Agenturbezirk Bayreuth-Hof für jeden der 774 noch suchenden Ausbildungsinteressenten rechnerisch zwei Lehrstellen. Obwohl die Corona-Krise zu Verzögerungen und Unsicherheiten im Einstellungsprozess geführt hat, sei eine fundierte Ausbildung wichtigster Baustein um Fachkräfteengpässen entgegenzuwirken und wettbewerbsfähig zu bleiben, heißt es in der Mitteilung der Agentur.

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