„Wenn man mit ‚Ganztagsplatz’ einen Stuhl meint, auf den ich einen Schüler setzen kann, dann hab’ ich ihn. Wenn es um einen Platz für Ganztagsbetreuung geht, dann muss ich sagen: Da geht schon lange nicht mehr alles, was wir gerne machen würden. Gleichzeitig wächst die Anspruchshaltung vieler Eltern, der Staat müsse alles immer vorhalten für die Kinderbetreuung – auch vieles, das früher im eigenen sozialen Umfeld geregelt wurde.“ Jutta Beer, Leiterin der Sophienschule in Hof, ist eine mit einem ziemlich realistischen Blick auf die Schulwelt. 90 Prozent ihrer Schüler haben einen Migrationshintergrund, von erschwerter Verständigung über kleine Geldbeutel bis zu Unkenntnis übers Schulsystem bedeutet das: erhöhter Verwaltungs-, Betreuungs- und Begleitungsaufwand in allen Bereichen. Gerade bei der Ganztagsbetreuung ist die Situation Fluch und Segen zugleich: In Hof gibt es derart viele Möglichkeiten und Varianten, sein Schulkind nachmittags betreuen zu lassen, dass der Überblick oft schwerfällt. Und das Aufrechterhalten der Angebote zusehends ebenso.