Mit beeindruckender Schauspielerei brillieren vor allem Jugendliche: gleich zu Festivalbeginn die famose Ella Frey in "Glück ist was für Weicheier" von Anca Miruna Lazarescu (Kinostart: 7. Februar), nicht viel anders Stephanie Amarell und Lisa Vicari in "Schwimmen", Roland Kagan Sommer in "Sandstern", Jerome Hirthammer in Henning Beckhoffs "Fünf Dinge, die ich nicht verstehe" … Oder die aus fünf sehr unterschiedlich temperierten Typen bunt gemischte Truppe, die in "Raus" der modernen Welt den Rücken kehrt, weil die "am Arsch" ist; zwischen den Bergen Südtirols, bei einem Guru hoffen sie Erlösung zu finden. Kann es im Leben einen "Neustart wie bei einem Computer" geben? Spielfilm-Debütant Philipp Hirsch verfolgt das Quintett durch viel Landschaft hindurch und auf viele Höhenmeter hinauf, durch Freundschaft und (beinah) tödliche Feindschaft, durch Hoffnung und Lüge, Enttäuschung und Liebe. Letztere sieht so künstlich aus wie in Randal Kleisers süßsofter US-Schnulze "Die blaue Lagune" von 1980. Aber das Plädoyer für Träume, die auch noch zerplatzt ihren Wert behalten, berührt durchaus. Ein Film explizit "mit Botschaft", und die klingt, wie der Brief des geheimnisvollen Gipfel-Gurus, "ein bisschen verstaubt, aber auch saucool".