Hof Verstärkung für Klimamanager

Wo lässt sich Energie bei städtischen Gebäuden sparen? Foto: dpa

Das Hofer Rathaus möchte zwei Mitarbeiter einstellen, die sich bei den 120 städtischen Gebäuden ums Energiesparen kümmern – die Kosten sollen sich schnell amortisieren. Streit gibt es am Ende um die defekten Luftfilter an den Schulen: So könnte im Winter viel Energie zum Fenster hinausgehen.

Wie viel Energie verbrauchen die Schulen, Turnhallen und Verwaltungsgebäude in Hof? Wo ließe sich wie viel einsparen? Was könnte man umstellen? Bei Fragen dieser Art muss die Stadt Hof bislang passen: Was den Energieverbrauch der 120 Gebäude in städtischem Eigentum betrifft, gibt es keine vergleichbaren Daten. So weist auch das städtische Klimaschutzkonzept – vor gut einem Jahr mit großem Aufwand erstellt – hier eine große Lücke auf. Die soll sich nun schließen: Die Stadt möchte zwei Mitarbeiter einstellen, die ein „Kommunales Energiemanagement für städtische Liegenschaften“ einführen und optimieren. So ließe sich laut Einschätzung der Deutschen Energie Agentur zehn bis 15 Prozent Energie einsparen.

Nürnberg hat ein solches Energiemanagement schon länger: Da kümmern sich acht Mitarbeiter in Vollzeit um die Optimierung der Verbräuche. In Bayreuth gibt es zumindest einen Ansatz: Ein Angestellter überwacht 38 der städtischen Gebäude. In Hof könne man mit zwei Mitarbeitern auskommen – auch, weil zum Konzept die Anschaffung einer Software gehört, die viele Daten automatisch erhebt und Einspar-Empfehlungen gibt.

Für die ersten drei Jahre kämen für ein Komplettpaket Kosten von 711 000 Euro zusammen, rechnete Baudirektor Stephan Gleim vor. Der größte Teil davon könne aus verschiedenen Töpfen gefördert werden. Und der verbleibende städtische Eigenanteil werde vermutlich durch die Einsparungen selbst mehr als kompensiert, betonte Grünen-Stadtrat Klaus Schrader. „Solche kurzfristigen Maßnahmen brauchen wir, wir bräuchten aber auch langfristige.“ Gudrun Bruns (FAB/Freie) erinnerte sich an ein Projekt, das vor etwa zehn Jahren lief: Damals hatte man die Hausmeister ausgezeichnet, die am meisten Energie eingespart hatten bei ihren Gebäuden. Max Kunzelmann (AfD) fragte, wie viele Managements man denn noch brauche: „Jeder bei den Liegenschaften wird wissen, wie viel er braucht und was er ausgeben kann.“ Klaus Zeitler (FAB/Freie) kritisierte, dass durch die defekten Luftfilter in den Klassenzimmern im Winter viel öfter gelüftet werden müsse. „Und die Heizungen laufen natürlich durch.“ Er betonte, dass man nicht bei den Schulen mit dem Sparen beginnen dürfe. Der Beschluss fiel am Ende mit zwei Gegenstimmen von der AfD.

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