Hof Volksfest, deine Gäste

BMW und die Macher der Hof-Galerie, Musiker aus Neuseeland und Großkunden hochfränkischer Firmen: Auf dem Volksfest trifft man manchen, den man hier wirklich nicht erwarten würde.

Hof - "Wir haben uns extra noch Lederhosen gekauft, damit wir hier auch standesgemäß auflaufen können", sagt Daniel Schimikowski bedeutungsvoll. Das ist der Kauf auch: Diese Kluft wird der Handelsvertreter aus der Kölner Gegend vermutlich selten tragen zu Hause. Zusammen mit Kollegen war er vor einem Jahr bei einem Kundenbesuch zufällig aufs Hofer Volksfest geraten - und die Gruppe war derart angetan von der Party der Hofer mit den Isartaler Hexen, dass sie ihren diesjährigen Hochfranken-Besuch eigens auf den "Hexen"-Tag legten. Doch zieht das Fest nicht nur Gäste aus dem Land des Karnevals an: Es ist mit seinem bunten Angebot ein ganzes Stück weltgewandter geworden.

Erste geschlossene Gondel

Am Freitag hat es eine kleine Premiere auf dem Volksfest gegeben: Seit gestern läuft am Riesenrad "Jupiter" der Schaustellerfamilie Barth auch eine fast geschlossene Gondel. "Wir wollen nach und nach unser Riesenrad umrüsten und so die Fahrt auch bei Regen attraktiver machen. Mit der ersten Gondel werden wir nun testen, wie diese Variante angenommen wird", erklärt Betreiber Rudolf Barth. Feedback ausdrücklich erwünscht!

Das Gros der Gäste freilich stammt aus Stadt und Landkreis, aus dem Kulmbacher, dem Bayreuther oder dem Wunsiedler Raum. Auch die Böhmen strömen immer mehr zum Feiern nach Hof, und beim Blick über die Parkplätze im Umfeld fallen auch viele Kennzeichen aus dem "nahen Osten" auf. Die meisten Besucher kommen aus einem Umkreis von 50 bis 60 Kilometern, ist die Beobachtung der Festwirte - die Ulk-Rocker von J.B.O. haben diesen Kreis am Sonntagabend locker um 100 Kilometer erweitert. Und dann trifft man beim Rundgang auf dem Festplatz immer wieder Menschen, die aus ganz anderen Gründen Hof und sein Volksfest gefunden haben.

Am Montag war die städtische Wirtschaftsförderung mit den Vertretern von BMW in einer der Boxen beim Abendessen - der Autobauer unterhält bekanntlich am Flughafen ein Testgelände. Am Dienstag schlenderten die Macher der Hof-Galerie über den Festplatz und durchs Zelt: Sie wollten sehen, wie viel Leben in dieser Stadt steckt. Am Mittwoch staunten zwei Mitglieder des Christchurch Accordion Orchestra auf der Südinsel Neuseelands davon, welch aufwendige Feste die Menschen am anderen Ende der Welt feiern. Und dann ist da noch eine Aktion, die den allgemeinen Trend zum Fest unterstreicht wie kaum eine andere.

Einmal im Jahr lädt die Firma Gealan Fenstersysteme aus Oberkotzau ihre besonders innovativen Kunden auf der ganzen Welt zum Feiern ein. "Das sind nicht unbedingt nur die großen Kunden, es sind die, mit denen wir auf besonders innovative Art zusammenarbeiten", erklärt Christian Kämpf, Bereichsleiter im Verkauf. Viele Jahre lang hatte Gealan dafür Hotelzimmer in München und Tische auf dem Oktoberfest reserviert. In dieser Woche lud das Unternehmen erstmals aufs Hofer Volksfest: "Das Fest ist mittlerweile auf einem ganz anderen Qualitätsniveau als das Oktoberfest", sagt Christian Kämpf. Und das wolle man als regionales Unternehmen auch der ganzen Welt zeigen.

So saßen am Donnerstag 80 Kunden aus Portugal und Spanien, Ungarn und Holland, Italien und Iran in der Hofer "Halln" beim Hofer Bier zusammen. Den ganzen Tag über hatten sie im ersten "Zukunftsforum" in den Unternehmensniederlassungen in Döhlau, Oberkotzau und Tanna Schulungen und Workshops, und am Abend stand die große Feier an. Einer der Nebeneffekte: Die 80 Gäste sorgen auch für Auslastung der nahen Hotels. So, wie es auch Daniel Schimikowski und seine Kollegen aus der Kölner Gegend tun.

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Einmal Hofer Volksfest mag Zufall sein, doch beim zweiten Besuch ist es Vorsatz: "Einer meiner Kollegen, der vergangenes Jahr schon dabei war, geht in den Ruhestand. Und da er sich eine schöne Verabschiedung mit unserem Kunden hier in der Region gewünscht hat, haben wir das extra aufs Volksfest gelegt", erklärt Schimikowski. Das Schöne daran: So geht es vielen, die einmal hier waren.

 

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