Hof Wie nachhaltig entwickelt sich Hof?

Lucie Peetz

Der 21. Hofer Umwelttag lockt die Massen auf den Theresienstein. Viele Akteure informieren über Möglichkeiten für nachhaltiges Verhalten.

Hof - Der Umweltschutz bewegt die Gemüter: Den ganzen Sonntag lang war der 21. Hofer Umwelttag hervorragend besucht. Noch bevor um 10 Uhr offiziell die Tore öffneten, genossen die ersten Besucher ihr Frühstück in der Sonne am Theresienstein, und überlegten, welche Stände sie besuchen wollten. Über 50 Aussteller präsentieren sich auf dem Gelände des Theresiensteins und im Botanischen Garten. Stefan Ried, Leiter des Sachgebiets Umwelt und Umweltbaurecht, erinnert sich an die Anfänge der städtischen Initiative: "Vor 21 Jahren starteten wir mit fünf Ständen in der Altstadt. Damals entstand auch die Agenda 21, das Interesse war groß. Mit der dritte Ausgabe zogen wir in dieses angenehme, grüne Ambiente um."

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Der Stand der Agenda 21 ist auch im Jahr 2017 für viele sehr interessant. Dort wurden fünf lokale Themen mit Pro- und Contra-Argumenten genauer erläutert. Die Gäste konnten beurteilen, ob sie die Projekte als nachhaltig empfinden. Dies löste intensive Diskussionen aus: Wird sich die zukünftige Hof-Galerie positiv auf den Einzelhandel auswirken? Wie ist die Situation des Rad- und Stadtbusverkehrs? Ist der Bau der Saalebrücke innerhalb des Projektes "Spange Wartturmweg - Alsenberg" sinnvoll? Wären die Umgehung Leimitz oder ein Rathausanbau nachhaltig? Stadtratsmitglied Reinhard Meringer (SPD) macht erste Tendenzen aus: "Mit der Förderung des Radverkehrs scheinen die Bürger nicht zufrieden, und den Rathausanbau wollen sie offensichtlich nicht."

Gleich nebenan informierte die deutsche Umwelthilfe über das Problem, das Kaffeebecher zum Mitnehmen verursachen. In Deutschland werden stündlich 320 000 Coffee-to-go-Becher verbraucht, pro Jahr fast drei Milliarden Stück. 70 Prozent der Verbraucher greifen gerne zu Einwegbechern. Die Herstellung der inneren Polyethylen-Beschichtungen und der Polystyroldeckel verbraucht 22 000 Tonnen Rohöl pro Jahr, zudem entstehen CO2-Emmissionen von rund 111 000 Tonnen. Unter dem Motto "Sei ein Becherheld!" appelliert die Organisation an Verbraucher und Unternehmer, auf Mehrwegsysteme umzusteigen.

Natürlich könne man auch einfach Wasser trinken - aus der Leitung statt der Plastikflasche, davon ist Hagen Rothemund vom Wasserwirtschaftsamt Hof überzeugt: "Unser Landkreis hat das beste Wasser weit und breit. Es ist mit Abstand das beste Getränk!" Er rät dazu, den ersten Spritzer aus dem Hahn, "nur eine halbe Sekunde lang", also die Menge, die sich hinter dem Filtersieb gesammelt hat, ablaufen zu lassen, und dann das Wasser zu genießen: "Ich brauche keine ungesunden Limonaden. Schon morgens trinke ich als Erstes mein erstes Seidla Hofer Leitungswasser."

Besonders beliebt war der Stand des Landesamts für Umwelt: Die Mitarbeiter erklärten, dass der nährstoffreiche Gartenboden der "Boden des Jahres 2017" sei. Die zahlreichen Bewohner wie Larven, Regenwürmer, Tausendfüßler oder Rollasseln konnten die Kleinen entdecken und unter dem Vergrößerungsglas betrachten.

"fnung-Hof" war an Stand Nummer 15 zu finden. Im März 2016 hatten Stephan Schmidt und Sebastian Auer das Netzwerk gegründet - der Name ist ein Spiel mit dem Begriff "Hoffnung - Hof - fnung". Die erste Internative der Bewegung "Stadt im Wandel" hat Rob Hopkins 2009 in England gegründet, an seinem Vorbild hatten sich die Hofer orientiert.

Auch Politiker und Stadtratsmitglieder besuchten den Aktionstag unter dem Motto "Umwelt und Nachhaltigkeit", zusammen mit
Bürgermeister Eberhard Siller. Er freute sich besonders über das Engagement: "Seit Wochen arbeiten unsere Stadtgärtner und viele Ehrenamtler daran, das Gelände, die Stände und Aktionen vorzubereiten. Wir alle wollen damit das Umweltbewusstsein fördern."