Hof wieder Hotspot Corona-Fälle führen zu Personalengpass

Das Gesundheitsamt registriert derzeit regelmäßig Rekordwerte an neuen Corona-Infektionen im Hofer Land. Wie wirkt sich das auf die Arbeit der Hofer Stadtverwaltung und auf Seniorenheime aus? Und woran liegt es, dass die Fallzahlen noch einmal derart explodieren?

In Stadt und Landkreis Hof explodieren aktuell die Corona-Fallzahlen. Hof gehört mit einer Inzidenz von über 2700 zu den 20 deutschen Städten, die am stärksten von Corona-Infektionen betroffen sind. Foto: picture alliance/dpa/Sebastian Gollnow

Mit der aktuellen Inzidenz von über 2700 gehört Hof zu den 20 deutschen Städten, die derzeit am stärksten von Corona-Fällen betroffen sind. Wie sich personelle Ausfälle infolge von Quarantäne in der Stadtverwaltung bemerkbar machen, wollte Jochen Ulshöfer (CSU) am Dienstagnachmittag in der Bauausschusssitzung wissen.

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Der Leiter des zuständigen Unternehmensbereichs, Klaus Baumann, kam zu einer klaren Aussage: „Wir sind an der Kapazitätsgrenze.“ Wie Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) erläuterte, kommen für die Verwaltung derzeit zwei Belastungsfaktoren zusammen. Zum einen falle immer wieder Personal wegen Corona aus, zum anderen müssten vor allem Ausländer- und Bürgeramt den Zustrom von Flüchtlingen aus der Ukraine bewältigen. „Da können wir uns weitere Ausfälle nicht leisten.“ Sie könne nur um Verständnis bitten; die Verwaltung befinde sich im „Ausnahmezustand“. Bürger mit anderen Anliegen müssten unter Umständen Wartezeiten in Kauf nehmen.

Von der aktuellen Omikron-Welle seien aber auch Seniorenheime betroffen. Einige Träger hätten schon signalisiert, dass sie personelle Engpässe bewältigen müssten. Auch unter den Bewohnern gibt es nach Baumanns Angaben wieder mehr Corona-Fälle. Allerdings nehme die Infektion in der Regel einen milden Verlauf, ein Krankenhausaufenthalt sei meistens nicht notwendig.

Warum Hof jetzt wieder zum Hotspot geworden ist, versuchte die Rathauschefin so zu erklären: Man müsse die Entwicklung über mehrere Monate betrachten. Demnach lag die Inzidenz im Hofer Land lange Zeit weit unter dem Durchschnitt, dann wurde Mitte Februar bundesweit die Spitze bei den Infektionszahlen erreicht. Zu diesem Zeitpunkt waren die Zahlen in Stadt und Landkreis Hof aber weiterhin relativ niedrig. Nun kämen die hohen Zahlen „mit Zeitverzögerung“ auch in der Region Hof an.

Baumann sprach von einem „diffusen Infektionsgeschehen“. Eine Zuordnung zu bestimmten Alters- oder Personengruppen sei kaum möglich, dies bestätige auch das Gesundheitsamt. Jene Behörde sei jedenfalls „nicht erfreut“ über die nun geplanten Öffnungsschritte. Dem schloss sich CSU-Rat Ulshöfer an: „Es ist unbegreiflich für mich, wie man die Corona-Maßnahmen auslaufen lassen kann.“