Hof/Wunsiedel Innung warnt vor falschen Dachdeckern

Wer auf Montage arbeitet, kann die Reisekosten von der Steuer absetzen. Da gilt unter Umständen auch, wenn jemand mehrere Jahre auf derselben Baustelle tätig ist. Foto: Patrick Pleul

Sie meldet sich nach Fällen in Hof und Kirchenlamitz zu Wort. Der Rat der Experten: Erst überlegen, dann Auftrag erteilen.

Hof/Wunsiedel - Seit geraumer Zeit sind im Großraum Hof und Wunsiedel unseriös arbeitende Handwerker aktiv, auch als sogenannte Dach-Haie bezeichnet. Davor warnt nun auch die Dachdecker-Innung Hof-Wunsiedel in einer Pressemitteilung. Zuletzt waren, wie berichtet, Fälle und Hof und Kirchenlamitz bekannt geworden. Dort hatten die vermeintlichen Handwerker vorgegeben, einen Schaden am jeweiligen Dach entdeckt zu haben, den es zu reparieren gelte. Schließlich forderten sie für ihr eigentlich unnötiges Arbeiten hohe Geldsummen.

"Ihr Ziel ist es auf jeden Fall nicht, Dachreparaturen fachgerecht auszuführen", fasst Torsten Leucht, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hochfranken, zusammen. Fast täglich erreichen ihn und Friedrich Gölkel, Obermeister der Dachdecker-Innung Hof-Wunsiedel, Anrufe geschädigter Hausbesitzer.

"Die ausgeführten Arbeiten haben wenig mit dem für solche Leistungen vorgeschriebenen Fachregelwerk des Dachdeckerhandwerks zu tun", erklärt Friedrich Gölkel. Mit anderen Worten: Das Dach ist nach der "Reparatur" durch solche Handwerkerkolonnen möglicherweise in einem schlechteren Zustand als zuvor.

Manche Betrüger geben sich als Mitarbeiter existierender Dachdeckerbetriebe aus und fordern eine Vorauszahlung in bar. Und mit dem Geld verschwinden sie spurlos, ohne eine einzige Leistung erbracht zu haben. Torsten Leucht von der Kreishandwerkerschaft erklärt dazu: "Grundsätzlich sind Angebote an der Haustüre nicht strafbar. Doch sollte sich jeder Hausbesitzer auch darüber im Klaren sein, dass solche Anbieter bei mangelhafter Ausführung oft nicht mehr auffindbar sind."

Gesetzlich steht jedem Auftraggeber bei Haustürgeschäften ein zweiwöchiges Widerrufsrecht zu. "Das wird jedoch von unseriösen Anbietern ausgehebelt, wenn sie sofort zu arbeiten beginnen", sagt Dachexperte Gölkel. Der Rat von Kreishandwerkerschaft und Dachdecker-Innung lautet: Vor einer Auftragserteilung Vergleichsangebote einholen und sich nie zur übereilten Auftragserteilung drängen lassen. Sollten die "Anbieter" das nicht akzeptieren, sollte man die Polizei rufen.

Wer bereits solche dubiosen Angebote angenommen hat oder angesprochen wurde, kann sich an die Kreishandwerkerschaft Hochfranken wenden (Telefon: 09281-734075). Dort werden solche Infos gesammelt und - auf Wunsch anonymisiert - an die Polizei weitergegeben. red

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