Hofer Filmtage Granit-Dokumentarfilmpreis, Bild-Kunst-Förderpreis und Hofer Kritiker-Preis verliehen

An diesem Wochenende wurden bei den Hofer Filmtagen weitere Preise vergeben: der Granit-Hofer-Dokumentarfilmpreis, der Bild-Kunst-Förderpreis und der Hofer Kritikerpreis. Das teilen die Veranstalter am Sonntag mit.

Hof - Der GRANIT - HOFER DOKUMENTARFILMPREIS, gestiftet von der Hermann und Bertl Müller Stiftung, wird für den besten Dokumentarfilm verliehen und ist mit einem Preisgeld von 7.500 Euro dotiert.

Dieses Jahr bilden Marcus Richardt, Cordula Kablitz-Post und Douglas Wolfsperger die Jury.

In diesem Jahr geht der Preis an LUCHADORAS von PATRICK JASIM und PAOLA CALVO LUCHADROS thematisiert eines der wohl bedrückendsten und extremsten Verbrechen unserer Zeit: die massenhaften Femizide an der mexikanisch-amerikanischen Grenze in Ciudad Juarez. Mit eindringlichen, teils essayistischen und ästhetischen Bildern gefilmt, erzählen PATRICK JASIM und PAOLA CALVO die Geschichte von drei mexikanischen Lucha Libre-Wrestlerinnen, die am eigenen Leib Gewalterfahrungen erlebt haben oder für ein besseres Leben und Frauenbild kämpfen. LUCHADORAS ist ein mutiger Film und ein kraftvolles Zeichen des Aufbruchs für Frauen innerhalb der mexikanischen Gesellschaft.

Außerdem wird eine lobende Erwähnung ausgesprochen für den Film SEASIDE SPECIAL von JENS MEURER

Die Jury des BILD-KUNST-FÖRDERPREISES sind in diesem Jahr: Kostümbildnerin Susanne Roggendorf (VSK), die Szenenbildnerinnen Josefine Lindner (VSK) und Josina von Minckwitz sowie die Szenenbild-Studierenden Luisa Niederschuh (ifs) und Nele Seifert (Ludwigsburg). Seit 2004 besteht der Preis aus einer Auszeichnung für das beste Kostümbild und das beste Szenebild. Beide Preise sind mit jeweils 2.500€ Euro dotiert. In der Auswahl standen 15 deutsche Spielfilm-Produktionen, die bei den Hofer Filmtagen ihre Deutschland-Premiere feierten.

Der BILD-KUNST-FÖRDERPREIS für das beste Kostümbild 2021 geht an HANNAH EBENAU und SARBINE KRÄMER für TRÜMMERMÄDCHEN und der BILD-KUNST-FÖRDERPREIS für das beste Szenenbild 2021 an YYONNE LEUZE bei TRÜMMERMÄDCHEN.

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SABRINA KRÄMER und HANNAH EBENAU werden für die gut recherchierte und umgesetzte Kostüme der 1940er Jahre ausgezeichnet: Das Gesamtkonzept des Films erlaubt Abstecher in andere Zeiten, die sehr gefühl- und kunstvoll in die filmische Zeit eingefügt wurden, ohne sich hierbei aufzudrängen. Den beiden Kostümbildnerinnen gelang es, über Farben, Schnitte und Schmuck einen kunstvollen Bogen zu spannen und mit diesen gestalterischen Mitteln eine überzeugende Entwicklung der einzelnen Charaktere abzubilden. YVONNE LEUZES starke Konzeption zeichnet die schwarz-weiße Welt einer zerstörten und misogynen Gesellschaft, die bruchstückhaft in der Unendlichkeit eines abstrakt-dunklen Raumes aufscheint. Raffinierte Baukonstruktionen lassen Trümmerberge und Straßenzüge entstehen, die die Gratwanderung zwischen Realem und kulissenhafter Reduktion ausloten. Im Kontrast dazu stehen die aufwendigen und liebevoll ausgestatteten Sets des Theaters „Proto“: Ort der schmerzvollen Konfrontation und befreienden Selbstermächtigung. Lustvoll bis schrecklich brennt sich die Visualität von TRÜMMERMÄDCHEN in die Netzhaut.

Der HOFER KRITIKER PREIS 2021 wird vom Schweizer Kritikerverband SVFJ und dem Berufsverband deutscher Medienjournalisten gestiftet und zum ersten Mal bei den Hofer Filmtagen ausgelobt.

Die Jury bilden die Journalist*innen Ingrid Beerbaum (Berlin), Rolf Breiner (Schweiz) und Katharina Dockhorn (Berlin).

In diesem Jahr wird der Preis geteilt und geht an zwei Filme: für die beste Regie an THE SAINT OF THE IMPOSSIBLE von MARC WILKIN und an DAS SCHWARZE QUADRAT für die Produktion FRISBEEFILMS GmbH & Co.KG

Die ständige Angst vor Entdeckung und Abschiebung prägt das Leben der Peruanerin Raffaela und ihrer Söhne in THE SAINT OF THE IMPOSSIBLE. Sie flüchteten nach New York in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Mit dem Schicksal der kleinen Familie im Land der unbegrenzten Möglichkeiten illustriert der Schweizer Regisseur Marc Wilkins eindrucksvoll, mit hoher Authentizität und emotional nachvollziehbar das Schicksal von Millionen Geflüchteten und illegalen Migranten. Er bleibt dicht an der Realität ihres Alltags im Schatten der Glamourmetropole und zeigt mit ungeschminkten Bildern auch die Fluchtursachen in ihrer Heimat.

Bei der fulminanten Komödie DAS SCHWARZE QUADRAT gingen das ambitionierte Drehbuch des Regiedebütanten und Autodidakten Peter Meister mit dem Mut einer Produktionsfirma eine kongeniale Liaison ein. Manuel und Alexander Bickenbach von Frisbeefilms GmbH & Co.KG unterfütterten die Geschichte um den Alptraum Kreuzfahrt für zwei kleine Gauner mit der passenden Finanzierung und legten so die Grundlage für eine handwerklich überzeugende und cinematografisch stimmige Umsetzung. Informationen zu den Hofer Filmtagen finden Sie unter www.hofer-filmtage.com

Sonderseite 55. Internationale Hofer Filmtage
Bis Sonntag gibt es rund 120 Filme, davon 69 Lang- und 51 Kurzfilme. Es werden prominente Filmschaffende und Schauspieler in Hof erwartet. Unsere Berichterstattung finden Sie auf der Sonderseite zur 55. Ausgabe der Hofer Filmtage