Hofer Land Ausbau von neuem Wasserstoffnetz kann starten

In Zukunft soll ein deutschlandweites Wasserstoffnetz entstehen. Ein erster Schritt dafür ist das sogenannte Wasserstoff-Kernnetz. Dieses hat die Bundesnetzagentur jetzt genehmigt.

Ein Ausschnitt aus dem genehmigten Wasserstoffkernnetz. Foto: Bundesnetzagentur

Um den CO2-Ausstoß zu verringern, will das Hofer Land vermehrt auf Wasserstoff anstelle von Gas setzen. Ziel ist es deshalb, das Hofer Land an das deutsche Wasserstoff-Kernnetz anzuschließen. Nun hat die Bundesnetzagentur die Planungen der Netzbetreiber für das Kernnetz genehmigt. Das schreibt das Landratsamt Hof in einer Pressemitteilung. Das bedeutet: Der bis 2032 geplante, schrittweise Ausbau der dafür nötigen Infrastruktur kann beginnen.

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Das genehmigte Netz umfasst etwa 9000 Kilometer. Die ursprünglichen Planungen sahen 9700 Kilometer vor. „Es ist gut, dass das Hofer Land Teil der neuen zentralen Wasserstoffinfrastruktur sein wird. Unser Ziel ist es, an der konkreten Planung mitzuwirken. Deshalb haben wir unsere Unternehmen bereits Anfang des Jahres zu diesem Thema eingeladen und über die Potenziale des deutschlandweiten Wasserstoff-Netzes für die Region informiert“, sagt Landrat Oliver Bär.

Die Landkreise Hof und Wunsiedel werden als erste Region in Bayern bis 2030 mit einer Leitung an das sogenannte Wasserstoff-Kernnetz des Bundes angeschlossen, das in wenigen Jahren Wasserstoff in alle Teile Deutschlands bringen soll, hieß es bei der Präsentation Anfang des Jahres im Hofer Landratsamt.

Im Vorfeld befragte der Netzbetreiber Ferngas seine Kunden, ob sie sich an das deutsche Wasserstoff-Kernnetz anschließen lassen möchten. Die Befragung der Unternehmen im Hofer Land gehörte zu einer deutschlandweiten Abfrage durch überregionale Netzbetreiber zum Thema Infrastrukturbedarf. Die Ergebnisse sollten helfen, Pläne zur künftigen Entwicklung der Strom-, Gas- und Wasserstoffnetze zu entwickeln. Eine Nachfrage unserer Redaktion ergab damals, dass das Vorhaben bei den regionalen Unternehmen durchaus auf Interesse stößt (wir berichteten). „Wie groß die Bedeutung ist, die das Wasserstoff-Kernnetz zukünftig für unsere Wirtschaft erlangt, ist offen. Eines aber gilt: Es ist von Vorteil, dass wir Teil dieses Angebots sein werden“, betont der Hofer Landrat.

Die ersten Leitungen sollen bereits im kommenden Jahr in Betrieb gehen, so die Aussage der Netzbetreiber. Bis 2032 soll dann das komplette Kernnetz mit einer Einspeisekapazität von 101 Gigawatt und einer Ausspeisekapazität von 87 Gigawatt ausgebaut sein. Rund 40 Prozent der Leitungen dafür sollen neu gebaut werden. Für den Rest können Erdgasleitungen, die nicht mehr benötigt werden, auf Wasserstoff umgestellt werden.

Das Wasserstoff-Kernnetz ist der erste Schritt für den Aufbau eines deutschlandweiten Wasserstoffnetzes, meldet die Bundesnetzagentur. Es verbindet deutschlandweit die künftigen Wasserstoffcluster miteinander. In diesen bündeln sich wiederum regionale und lokale Wasserstoffprojekte. Das Kernnetz berücksichtigt außerdem Verbindungen mit Nachbarstaaten. Laut Bundesnetzagentur liegen die Investitionskosten aktuell bei 18,9 Milliarden Euro.