„Hoffeiert“ Massenparty jetzt wohl an der Baywa

Am Wochenende soll es wieder hoch hergehen. Foto: dpa/Angelika Warmuth

Der Veranstalter, der ­Großfeiern über Instagram organisiert, weicht dem Alkoholverbot der Stadt aus. Die Polizei ist vorbereitet.

Hof/Münchberg - Das Alkoholverbot, das die Stadt Hof für dieses Wochenende an Theresienstein und Untreusee erlassen hat, wird nicht verhindern, dass sich erneut junge Menschen in der Saalestadt zu einer unangemeldeten Feier treffen. Der junge Veranstalter hinter dem Instagram-Profil „hoffeiert“ wird an einen anderen Platz ausweichen. Über eine Umfrage hatte er in dem sozialen Netzwerk die Partygänger über zwei Locations abstimmen lassen: den Bismarckturm in Hof oder Schwarzenbach an der Saale. Zuletzt hatten 73 Prozent der Teilnehmer für den Bismarckturm gestimmt.

Das jedoch erwies sich als Finte: Um 19.30 Uhr gab der Veranstalter die Baywa in Hof als Treffpunkt an, nachdem er sein Profil auf „privat“ gestellt hatte. Ob der Standort in der Fuhrmannstraße an der Hohensaas oder derjenige in der Schaumbergstraße gemeint ist, bleibt offen.

Auf Nachfrage der Frankenpost lässt Hannes Krug, Pressesprecher der Stadt Hof, wissen, dass man keine weitere Allgemeinverfügung erlassen werde, um das Alkoholverbot auszuweiten.

Am Bismarckturm hätte die Polizei eine gute Handhabe gehabt, um einzugreifen, sollte es beim Feiern allzu zügellos zugehen. Heiko Mettke, Sprecher der Hofer Inspektion, erklärte am Freitagnachmittag: „Auch am Bismarckturm gilt die Grünanlagensatzung der Stadt.“ Darin festgeschrieben ist ein Alkoholverbot auf Spielplätzen. Auch laute Musik könnte ein Problem für die Feiernden werden, denn es gilt ein Verbot des Gebrauchs „von tragbaren Radio- und Fernsehgeräten“. Darüber hinaus werden die Beamten kontrollieren, ob Heranwachsende Alkohol konsumieren, den sie eigentlich noch nicht konsumieren dürften. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, hat die Hofer Inspektion Unterstützung angefordert. Auch bezüglich des Verantwortlichen für die Veranstaltungen habe man ermittelt und überlege, ein Ordnungswidrigkeitsverfahren anzustrengen: Eigentlich müsste der junge Mann seine Veranstaltungen vorher anmelden. Allerdings möchte die Polizei, wie Mettke sagt, „nicht den Spaßverderber spielen, wenn alles friedlich abläuft“.

Bezüglich der Feier, die für Freitag in Münchberg angekündigt war, möchte die örtliche Polizei ihr Eingreifen, etwa bezüglich des in den städtischen Grünanlagen grundsätzlich geltenden Alkoholverbots, vom Einzelfall abhängig machen. Ob sich die Einhaltung lückenlos kontrollieren lasse, hänge ohnehin von der Anzahl der Leute ab. Die Beamten hofften am Freitagnachmittag, dass diese sich angesichts der kühlen Temperaturen und der wieder geöffneten Discos in Grenzen hält. Eine über das Internet organisierte, unangemeldete Feier, das sei für sie ein Novum im Zuständigkeitsbereich.

Über den Youtube-Kanal von „Hof-Bloggerin“ Jenifer Müller, „Hey, Hofer Land!“, meldete sich Veranstalter Leon am Freitag zu Wort. Er forderte alle Gäste auf, ihren Müll zu beseitigen. Und: „Keine Schlägerei, bitte!“ An diesem Wochenende müsse es laufen. „Sonst wird in Zukunft keine Party mehr stattfinden.“ Das jedoch ist geplant. In Zukunft möchte der junge Mann sogar Merchandise-Artikel für „hoffeiert“ anbieten.

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