Hohe Inzidenz in Kulmbach Zehn Menschen auf der Intensivstation

Stark betroffen aktuell: Stadt und Landkreis Kulmbach. Foto:  

Fast 700 Menschen im Landkreis Kulmbach sind in Quarantäne. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist zwar nicht ganz so hoch wie in Hof und Wunsiedel, aber liegt nur wenig darunter.

Kulmbach - 36 weitere Coronavirus-Fälle sind am Freitag im Landkreis bestätigt worden. Das teilt das Landratsamt mit. Von den 292 aktuellen Corona-Fällen fallen 202 in die vergangenen sieben Tage. Der aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz-Wert ist erneut gestiegen und beträgt jetzt 282,26.

689 Menschen in Quarantäne

Auch die Zahl der Menschen, die in Quarantäne sind, steigt weiter: 689 Menschen sind häuslich isoliert. Mit wachsender Sorge blicken die Verantwortlichen auch aufs Klinikum. Dort werden 24 Patienten wegen einer Corona-Infektion stationär behandelt. Das ist weniger als im Januar. Allerdings sind momentan zehn Menschen auf intensivmedizinische Betreuung angewiesen. Man habe die Lage zwar im Griff, berichtet Landrat Söllner, aber sie sei angespannt.

Britische Mutante

Die britische Mutante des Coronavirus macht den Gesundheitsbehörden im Landkreis Kulmbach schwer zu schaffen. Sie ist inzwischen für mehr als 70 Prozent die Ursache der Infektionen. „Zehn Prozent der Abstriche, die wir machen, sind inzwischen positiv“, sagt Landrat Söllner. Auch am Freitag war schon vor Abschluss aller Auswertungen der Anteil des mutierten Virus bei 75 Prozent gelegen. Was den Landrat, das Gesundheitsamt und auch den Krisenstab besonders beunruhigt: Während bislang die Reproduktionszahl, also die Zahl derer, die ein mit dem „Ur-Virus“ positiv Getesteter im Durchschnitt ansteckt, noch bei 0,8 lag, beträgt er jetzt mit der Mutante 3.

Hotspot Mainleus

Die Baustelle auf dem Spinnstuben-Areal in Mainleus, wo Mitte Februar zahlreiche Arbeiter angesteckt wurden, zieht nach Angaben Söllners immer noch weitere Kreise. Rund 100 Infektionen seien inzwischen unmittelbar oder mittelbar auf diesen Hotspot zurückzuführen. „Die Baustelle hat einen extremen Verlauf mit sich gebracht.“

35 Mitarbeiter

Hohe Infektionszahlen, eine hohe Ansteckungsrate und zahlreiche Kontaktpersonen beschäftigen im Gesundheitsamt inzwischen 35 Mitarbeiter. Wegen der vielen neuen Fälle gab es am Freitag auch wieder zahlreiche neue Tests. Die Behörden rechnen damit, dass auch unter diesen Abstrichen wieder viele positiv sind. Wie ansteckend die Mutante ist, machte Gesundheitsamtsleiterin Dr. Camelia Fiedler deutlich. Inzwischen seien zunehmend auch Kontaktpersonen der Kategorie II positiv. Das sei bislang nur selten vorgekommen.

Kurzer Kontakt reicht

Offenbar reiche dem Virus auch ein kurzer Kontakt. Das sei auch in den Familien zu erkennen. „Wenn es einer hat, kriegen es alle. Dieses Virus ist extrem aggressiv.“ Der eindringliche Appell von Landrat Söllner: „Auch wenn es nach drei Monaten Lockdown scher fällt: Seien Sie vorsichtig, tragen Sie Maske und halten Sie Abstand.“

 

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