Hinzu komme der anhaltende Personalmangel. Hitzeschutzkonzepte hätten nur dann eine Wirkung, wenn ausreichend Personal vorhanden sei, um beispielsweise häufiger Getränke anzureichen. "Ein Hitzeschutzplan nützt wenig, wenn er nur in einem Ordner liegt." Hitzeschutz dürfe nicht davon abhängen, ob eine Einrichtung, eine Kommune oder Angehörige zufällig genug Geld, Personal und Problembewusstsein haben. "Der Schutz von Leben und Gesundheit ist eine rechtliche und ethische Verpflichtung."
Was kann alleinlebenden Senioren helfen?
"Niedrigschwellige Angebote wie kühle Kirchen, Gemeinderäume, Stadtteilzentren, Bibliotheken oder öffentliche "Kälteinseln" halten wir für sehr wichtig", erklärte der BIVA-Pflegeschutzbund. Sie müssten wohnortnah und barrierefrei erreichbar sein und aktiv kommuniziert werden. Wichtig sei außerdem aktive Ansprache etwa durch Nachbarschaftshilfe, Wohnungsunternehmen, Ehrenamtliche. "Hitzeschutz ist nicht nur eine Aufgabe der Pflegeeinrichtungen, sondern eine kommunale Schutzaufgabe."
Barrierefreie, kostenlose und wohnortnahe Angebote brauche es viel mehr, betonte auch Schulz. "Die Erfahrung aus Frankreich zeigt: Gezielte soziale Maßnahmen retten Leben." Vieles gehe auch ohne großes Budget - gezielt nach Alleinstehenden zu sehen zum Beispiel.
"Die wichtigste Botschaft ist: Hitzetote sind kein unabwendbares Naturereignis", betonte der BIVA-Pflegeschutzbund. "Angesichts des Klimawandels werden Hitzewellen künftig häufiger und intensiver auftreten. Darauf müssen sich das Gesundheits- und Pflegesystem dauerhaft einstellen." Auch Schulz mahnte: "Wir können uns ein Weiter-so schlicht nicht leisten."