Hohenberg Preis für Wiesenfest-Maß steht

Wolfgang Neidhardt
Wie im Vorjahr auch, müssen Besucher des Hohenberger Wiesenfestes 8,50 Euro für einen Liter Festbier bezahlen. Foto: picture alliance/dpa/Felix Hörhager

Der Gerstensaft wird nicht teurer zum Hohenberger Wiesenfest. Abgeschafft sind nun Hybrid-Sitzungen. Unter ihnen hätte die Diskussions-Kultur gelitten, heißt es im Stadtrat.

 
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Die für viele Hohenberger wohl wichtigste Nachricht hat Bürgermeister Jürgen Hoffmann zum Schluss der jüngsten Stadtratssitzung bekannt gegeben: „Der Bierpreis beim Wiesenfest wird nicht steigen. Die Maß kostet wieder 8,50 Euro.“

Zurück zum Beginn der Sitzung vom Montag: Da ging es um eine Regelung, die Corona nötig gemacht hatte. Viele Sitzungen von kommunalen Gremien fanden während der Pandemie nicht mehr vor Ort statt, sondern hybrid. Das heißt: Die Mitglieder saßen vor einem PC und sahen die anderen quasi nur „elektronisch“. Das war notwendig, um die Gesundheit zu schützen, ist es aber heute nicht mehr, da die Pandemie der Vergangenheit angehört. „Es gibt kein Corona mehr, das Einschränkungen braucht“, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann. Und so stellte er sich voll hinter das Ansinnen, das Klaus Hoffmann (SPD) auf die Tagesordnung gebracht hatte: Abschaffung von Hybrid-Sitzungen. Nach längerer Diskussion beschloss dies das Gremium mit drei Gegenstimmen.

Entscheidungen besser in Präsenz

Ingrid Göhler (CSU) und Annette Rößler (SPD) stellten zunächst in den Raum: „Das frisst nichts, das säuft nichts, das kostet nichts. Warum lassen wir es nicht?“ Wenn ein Mitglied des Gremiums krank sei, könne man dies doch nutzen. Sie verwiesen auch auf das „aufwendige Equipment“ für die Gemeinde. Harald Max (SPD) hielt dem entgegen: „Wenn ich krank bin, dann bin ich krank.“ Man solle sich doch die Möglichkeit offenlassen, jemanden zuschalten zu lassen. Dies lasse das Gesetzt nicht zu, informierten Andreas Bauer von der Verwaltungsgemeinschaft Schirnding sowie der Bürgermeister. Klaus Hoffmann betonte noch einmal: „Wichtige Entscheidung sollten in Präsenz fallen.“ Man müsse sich ins Auge schauen und diskutieren können – und einfach in das normale Leben zurückkehren. Andreas Übler (CSU) erinnerte: „Die paar Hybridsitzungen waren gut.“ Und wenn man sich diese Form, quasi als „Feuerlöscher“ erhalte, wäre das wünschenswert. „Sollte es die Situation erfordern, können wir die Geschäftsordnung jederzeit wieder ändern“, betonte der Bürgermeister. Er verwies auch darauf, dass in den Sitzungen der Kreisgremien die Diskussionskultur leide. Bei Sitzungen des Kreisausschusses seien oft nur noch drei Mitglieder anwesend, im Kreistag oft nur noch die Hälfte. „Das bürgert sich ein, und das sind dann keine Sitzungen mehr.“ Die SPD haben einen Antrag gestellt, dass auch auf Kreisebene Sitzungen nur noch in Präsenz stattfinden sollten. Für den „Feuerlöscher“-Fall würden im Rathaus demnächst Kamera und Beamer eingerichtet, „Sound“ und Mikro allerdings nicht.

Sportförderung für Vereine

Der Stadtrat beschloss auch einstimmig die Förderung von Vereinen. Der FC Hohenberg, das Elisabeth-Kinderhaus, der TSV Schirnding und der FC Hohenberg-Schirnding erhalten Sportförderung in Höhe von 80 Prozent. Das bedeutet, dass der FC und die Purzelgarde selbst für die Nutzung der Turnhalle noch 53 Euro tragen müsse, das Kinderhaus 134 und der FC Hohenberg-Schirnding 89 Euro.

Zweiter Bürgermeister Hans-Jürgen Wohlrab (SPD) freute sich, dass der tschechische Staatspräsident Petr Pavel im Rahmen seiner Reise nach Selb auch der Stadt Hohenberg einen halbstündigen Besuch abgestattet und einen Blick in das Porzellanikon geworfen hatte. „Als Präsent habe ich ihm ein Handtuch von der Firma Feiler überreicht.“

Annette Rößler berichtete, sie habe mit drei Senioren die Luisenburg besucht und dabei große Begeisterung ausgelöst – auch wenn die Situation dort für Behinderte weiterhin unbefriedigend sei. Christian Paulus hatte eine Anregung in Sachen Nahverkehr für Schulkinder: Ein Schüler, der gut einen Kilometer von zuhause bis zum Unterricht laufen müsse, erhalten keine Busfahrkarte. Seine Mitschüler, die eine weitere Anreise, haben schon. „Vielleicht kann man hier Gleichberechtigung schaffen, sodass alle Schüler die Busse kostenlos nutzen können, auch am Wochenende.“ Der Bürgermeister will diese Anregungen weitergeben.

Brinbaum bleibt stehen

Andreas Übler regte noch an, wieder alle Straßenlampen in Hohenberg einzuschalten, bisher sei aus Spargründen nur jede zweite eingeschaltet. „Wir haben das ein Jahr ausprobiert. Auch Kirche und Burg werden derzeit noch nicht angestrahlt.“ Das könne man aber gerne wieder ändern. Der von Übler ferner angeregte Einsatz von Solar-Lampen ist bereits im Gange, wie ihm der Bürgermeister berichtete: „Auf unserem neuen Parkplatz testen wir sie bereits.“ Zum Abschluss wandte sich Übler einem kleinen „Heiligtum“ in der Stadt zu: dem Birnbaum neben diesem Parkplatz. Jürgen Hoffmann dementierte das Gerücht, das dieser abgesägt würde: „Wir haben alles zum Erhalt dieses Baumes getan. Jetzt könnten wir höchstens noch Leitplanken um ihn herumbauen.“

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