Horch-Jubiläumstour Oldtimer machen Station in Münchberg

Historische Horch-Fahrzeuge fahren am 30. Mai durch Münchberg. Foto: pr

Vor 125 Jahren gründete der in Münchberg gestorbene August Horch seine Firma. Deshalb tuckern am 30. Mai Oldtimer durch die Stadt.

 
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Geschichtsbewusste Oldtimer-Freunde kommen am 30. Mai, einem Donnerstag, in Münchberg voll auf ihre Kosten. Dann nämlich tuckern etwa ein Dutzend historische Fahrzeuge des Fabrikats Horch durch die Stadt. Anlass ist das 125. Gründungsjubiläum der Firma Horch & Cie., der Keimzelle von Audi, die in den 1930er-Jahren mehr Autos im Reichsgebiet verkaufte als Mercedes. Dessen genialer Grün der und Autopionier August Horch starb am 3. Februar 1951 in Münchberg. Noch immer erinnern dort eine Straße und eine Schule an ihn.

Das Gründungsjubiläum nimmt der Verein „Horch Club“ zum Anlass für eine Jubiläumsfahrt vom 25. Mai bis zum 2. Juni zu den wichtigsten Stationen im Leben von August Horch. Die zirka 1000 Kilometer lange Fahrt verläuft von Horchs Geburtsort Winningen an der Mosel über Köln, Reichenbach, Zwickau und Münchberg bis nach Ingolstadt.

Die Fahrzeuge kommen am 30. Mai aus Zwickau an und werden gegen 11 Uhr von Bürgermeister Christian Zuber in Münchberg empfangen. Nach dem Mittagessen geht es weiter nach Bayreuth, wo die Truppe übernachtet. Am nächsten Morgen brechen sie auf nach Ingolstadt.

August Horch wurde am 12. Oktober 1868 in Winningen an der Mosel geboren. 1888 begann er ein Ingenieurstudium am Technikum Mittweida. 1891 schloss er die Ausbildung zum Maschinenbauingenieur ab. Angeregt durch Motorradvorführungen in Leipzig und die Information, dass in Mannheim die Firma Benz & Cie. vierrädrige Fahrzeuge baute, bewarb er sich dort 1896 erfolgreich um eine Anstellung. Schnell bekam er das Vertrauen von Carl Benz und wurde nach kurzer Zeit mit der Leitung der Motorwagenfertigung betraut. August Horch bemühte sich den noch in den Kinderschuhen steckenden Motorwagenbau kontinuierlich zu verbessern, hatte jedoch häufiger Probleme, seine Ideen bei Carl Benz durchzusetzen, was schließlich dazu führte, dass August Horch die Firma verließ und im November 1899 in Köln sein eigenes Unternehmen unter dem Namen Horch & Cie. gründete. Im Lauf der Jahre verlagerte er die Produktion nach Sachsen, nach Reichenbach, dann nach Zwickau. 1909 schied er aufgrund von Auseinandersetzungen aus dem von ihm gegründeten Unternehmen aus.

Noch 1909 gründete Horch in unmittelbarer Nachbarschaft ein neues Unternehmen, für das ihm aber von seiner ersten – seinen Namen tragenden – Firma die Verwendung des Namens Horch untersagt wurde. Die Mär besagt, dass der Sohn eines Freundes ihm daraufhin geraten habe, seinen Namen einfach ins Lateinische zu übersetzen: „Audi!“. So hieß das neue Unternehmen ab 1910 Audi Automobil-Werke GmbH.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges verschlug es August Horch schließlich nach Münchberg. Sein Wunsch, wieder in seinen Geburtsort Winningen zurückzukehren, scheiterte an den Vorschriften der dortigen französischen Militärregierung. Horch starb deshalb am 3. Februar 1951 in Münchberg. Wenige Tage später wurde er in Winningen beigesetzt.

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