Idee für den Winter Warum nicht Skilanglauf auf Wanderwegen?

Uwe Faerber
Loipen auf Wanderwegen – die Idee ist offenbar schwer umzusetzen. Foto: dpa//A. Hub

Mirjam Kühne bringt im Regnitzlosauer Gemeinderat die Freizeit-Idee ein. Schlecht findet sie niemand – aber so einfach ist das nicht.

„Wir sollten auf bestimmten Wanderwegen der Gemeinde spuren, damit Skilanglauf möglich wird. Das macht unsere Region attraktiver – neben den Orten, wo traditionell Wintersport angeboten wird.“ Das hat Mirjam Kühne (Bündnis 90/Die Grünen) in der Ratssitzung in Regnitzlosau vorgeschlagen. Das sieht Bürgermeister Jürgen Schnabel (FWR) ebenso. Er plädierte für Erfahrungsaustausch, mit Rehau habe er schon telefoniert. Eine Ringloipe mit Einkehrmöglichkeit wäre sinnvoll.

Allerdings zählte Schnabel eine Menge Dinge auf, die einer schnellen Umsetzung im Wege stehen: Der Versicherungsschutz müsse bedacht werden, denn die Loipe verliefe sowohl über privaten wie öffentlichen Grund. Und: „Es scheint großen Abstimmungsbedarf zu geben mit Waldbesitzern, Forst und Jägern. Die sind wenig begeistert, da das Wild in seiner Ruhe gestört würde.“

Kühne nannte Orte, die bereits Loipen anlegen: Faßmannsreuth bei Rehau, Schönwald im Landkreis Wunsiedel, auch in Oberkotzau könnte man anfragen. „Es geht ums Wollen“, entgegnete sie auf weitere Einwände vom Bürgermeister und dem als Protokollanten anwesenden Kämmerer Klaus Mehnert, der nach eigenem Bekunden selbst passionierter Skiwanderer ist: Wer spurt? Wer stellt Schilder auf? Wer ist verantwortlich? Lohnt sich der Kauf eines teuren Schlittens für die wenigen schneesicheren Tage, um eine Spur anzulegen?

Auf Nachfrage der Frankenpost zeigt sich Kühne ernüchtert, dass viele Gründe gesucht und gefunden würden, um etwas zu verhindern. Sie selbst habe während Corona ein Paar Ski erworben – und mit ihrer Familie ausprobiert: Es sei ein Riesenspaß gewesen. Allerdings habe sie festgestellt, dass es für Kinder und Anfänger ohne gespurte Loipe zu anstrengend sei. „Deshalb setze ich mich für eine kleine Strecke hier bei uns ein, die man zum Beispiel mit der in Faßmannsreuth verbinden könnte. Ich wünsche mir für Leute mit kleinem Geldbeutel Freizeitmöglichkeiten, die nur einen kleinen CO2-Abdruck hinterlassen.“ Bereits vor einem Jahr habe sie mit Wolfgang Zeh (CSU) vom Arbeitskreis „Freizeit und Tourismus“ gesprochen. Der habe sich angetan gezeigt. Die Zugehörigkeit zu verschiedenen politischen Richtungen – der Bürgermeister ist FWR-Mitglied – dürfe kein Bremsklotz sein, um Vorschläge umzusetzen, sagt die Grüne.

 

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