Ifo-Studie Zufriedenheit mit eigenen Schulen: Ein Ländervergleich

In allen Bundesländern spielt die Bildungspolitik für die nächste Landtagswahl eine wichtige Rolle für die Befragten. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Das Ifo-Institut hat die Menschen in Deutschland gefragt, wie zufrieden sie mit den Schulen in ihrem Bundesland sind. Die Unterschiede sind teils deutlich. Es gibt aber auch allgemeine Probleme.

 
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München - Die Bayern sind mit ihren eigenen Schulen sehr viel zufriedener als die Menschen in Nordrhein-Westfalen. Die beiden größten Bundesländer sind die Extremwerte in einer veröffentlichten Studie des Münchner Ifo-Instituts. Dabei gaben 41 Prozent der Bayern ihrem eigenen System die Noten 1 oder 2, in NRW waren es nur 20.

Auch Baden-Württemberg schnitt mit 30 Prozent guten Noten besser als der deutsche Durchschnitt von 27 Prozent ab. Die anderen Bundesländer wurden vom Ifo aus statistischen Gründen nur als Regionen gebündelt ausgewertet. Die Ergebnisse liegen mit Werten zwischen 24 und 26 Prozent guten Noten sehr nah beisammen.

Lehrermangel, Schulgebäude, Corona-Folgen

Bei den Detailfragen nach den Problemfeldern Lehrermangel, unzureichend sanierte Schulgebäude und Lernrückstände durch Corona schnitt Bayern jedes Mal noch am besten ab. Selbst dort halten aber 74 Prozent den Lehrermangel für ein ernsthaftes oder sehr ernsthaftes Problem. Bundesweit sind es 77 Prozent, in der Region Mitte-Ost aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sogar 82 Prozent.

Unzureichend sanierte Schulgebäude halten in NRW mit 66 Prozent die meisten Befragten für ein mindestens ernsthaftes Problem. Bundesweit waren es 58, in Bayern nur 47 Prozent. Lernrückstände durch Corona werden in der Region Mitte-West aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit 65 Prozent am häufigsten als ernsthaftes oder sehr ernsthaftes Problem gesehen. Bundesdurchschnitt sind 61 Prozent, in Bayern waren es 57 Prozent.

Zufriedenheit seit 2014 deutlich gesunken

Die Ländervergleichsdaten aus dem Bildungsbarometer wurden erstmals veröffentlicht. Bereits Ende August hatte das Ifo die bundesweite Auswertung herausgegeben. Ihr zufolge ist die Zufriedenheit seit dem Jahr 2014 insgesamt deutlich gesunken. Bei der repräsentativen Umfrage mit 5636 Erwachsenen im Zeitraum von 17. Mai bis 5. Juni hatten unter anderem bundesweit 79 Prozent gesagt, die Qualität der Schulbildung habe sich in der Corona-Pandemie verschlechtert.

In allen Bundesländern spielt die Bildungspolitik zudem für die nächste Landtagswahl eine wichtige Rolle für die Befragten. Im Schnitt ist sie für 78 Prozent sehr oder eher wichtig. Am häufigsten mit 84 und 83 Prozent in den zwei Gruppen der östlichen Bundesländer, am seltensten im Nord-Westen mit 72 und Bayern mit 78 Prozent.

Mehrheit: Bildung sollte nicht mehr Ländersache sein

Deutschlandweit war in der Umfrage eine Mehrheit von 53 Prozent sehr oder eher dafür, das Grundgesetz so zu ändern, dass schul- und bildungspolitische Entscheidungen von der Bundesregierung und nicht mehr von den Ländern getroffen werden, 29 Prozent waren eher oder sehr dagegen. Am klarsten befürwortet wurde dies im Nordosten mit 61 Prozent Zustimmung und 25 Prozent Ablehnung. Selbst in Bayern, am anderen Ende der Skala, überwog die Zustimmung mit 44 zu 41 Prozent noch knapp.

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