IHK-Gremium Sieben Absolventen mit der Note 1

Silke Meier
Sie sind die Prüfungsbesten im IHK-Gremium Marktredwitz-Selb (von links): Luca Burger, Manuel Riedelbauch, Christian Heinl, Lena Kuchenreuther, Emanuel Keck und Anton Günthner mit Roman Pausch, Vizepräsident der IHK Oberfranken Bayreuth und Vorsitzender im IHK-Gremium Marktredwitz-Selb. Auf dem Foto fehlt Antonia Daubner. Foto: /Silke Meier

Im Rosenthal-Theater findet die Abschlussfeier des IHK-Gremiums Marktredwitz-Selb statt. Der Vorsitzende Roman Pausch attestiert den Absolventen gute Chancen.

 
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120 Absolventen aus dem Bereich des IHK-Gremiums Marktredwitz-Selb haben jetzt im Rosenthal-Theater – nach erfolgreicher Ausbildungsprüfung – ihre Abschlusszeugnisse überreicht bekommen. 36 junge Männer und Frauen haben einen kaufmännischen Beruf erlernt, 84 eine gewerblich-technische Ausbildung gemacht. Sieben der Absolventen haben von 100 möglichen Punkten mindestens 92 erreicht – und daher mit der Note 1 abgeschlossen: Luca Burger, Bankkaufmann, Zweckverband Sparkasse Hochfranken Selb; Antonia Daubner, Mechatronikerin, Scherdel GmbH, Marktredwitz; Anton Günthner, Industriekeramiker Anlagentechnik, CeramTec GmbH, Marktredwitz; Christian Heinl, Industriekeramiker Anlagentechnik, RHI Magnesita, Marktredwitz; Emanuel Keck, Industriemechaniker, Einsatzgebiet Feingerätebau, Netzsch-Gerätebau, Selb; Lena Kuchenreuther, Industriekauffrau, Scherdel GmbH, Marktredwitz, und Manuel Riedelbauch, Industriekaufmann, Dronco GmbH, Wunsiedel.

Die Zeugnisse überreichten Robert Göpel, Geschäftsführer des IHK-Gremiums Marktredwitz-Selb, und Roman Pausch, IHK-Vizepräsident für Oberfranken Bayreuth und Vorsitzender des IHK-Gremiums Marktredwitz-Selb. Die Ansprache der Absolventen hielt Lena Kuchenreuther. Musikalisch wurde die Feier umrahmt von „LIZharmonic“. Der stellvertretende Wunsiedler Landrat Roland Schöffel dankte in seiner Rede den Betrieben und Ausbildern.

Gute Perspektiven

In der Festrede warf Rapa-Chef Roman Pausch einen durchaus optimistischen Blick auf die Zukunftsperspektiven der Absolventen. Diese seien mehr als gut, denn nach jüngsten Berechnungen der IHK fehlen allein in Oberfranken derzeit 17 000 Fachkräfte. Bis 2030 werde ein Anstieg auf 54 000 fehlende Fachkräfte erwartet – und zwar in allen Bereichen, vom Management bis zur Fertigung und Tätigkeitsbereichen für ungelernte Mitarbeitende. In den kommenden zehn bis 15 Jahren gehen demnach mehr Menschen in Rente, als Berufsanfänger ihr Arbeitsleben beginnen.

„Das bedeutet, dass Sie eine starke Verhandlungsposition am Markt haben“, machte Pausch deutlich. „Wir verdanken unseren Wohlstand in Deutschland dem Erfindungsreichtum und Fleiß von Industriemeistern, Fachwirten und Ingenieuren.“ Weniger Verständnis hatte Pausch deshalb für die Prognose eines Zukunftsforschers, nach der jungen Arbeitnehmern ein gutes Arbeitsklima wichtiger sei als der Ruf eines innovativen Unternehmens. „Innovation setzt harte Arbeit voraus und die Bereitschaft, Leistung zu bringen und Verantwortung zu übernehmen.“

Tugenden bewahren

Die Gefahr, von asiatischen Unternehmen, die den Wunsch nach Work-Life-Balance weniger kennen, überholt zu werden, sei groß. Die jetzige „Generation Z“ könne mit ihren Vorstellungen von Vereinbarkeit von Familie und Beruf und den Ansprüchen an ein wertschätzendes Arbeitsumfeld positive Veränderungen in der Unternehmenskultur setzen. Sie dürfe aber, um den Wohlstand nicht zu riskieren, nicht die Tugenden vergessen und müsse innovativ und fleißig bleiben. Technischer Fortschritt komme in Zyklen. Und die verkürzten sich.

Auch künstliche Intelligenz habe große Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Pausch: „Die künstliche Intelligenz ist unendlich wissend, aber nicht klug.“ An den neuen Möglichkeiten, Referate, Fach- oder Doktorarbeiten durch künstliche Intelligenz zu erstellen, zeige sich der zerstörerische Aspekt von Innovation. Bisherige Bildungs- und Prüfungskonzepte würden in Frage gestellt, wogegen Innovation weiter notwendig bleibe. Dazu brauche es gesetzliche und ethische Leitplanken und eine Gesellschaft, die mit dem Wandel Schritt halten kann.

„Wenn Sie Schritt halten wollen, kommen Sie um lebenslanges Lernen nicht herum, denn die künstliche Intelligenz macht das automatisch“, wandte sich der Gremiums-Vorsitzende an die Absolventen. Die menschliche Chance bestehe darin, Technologien sinnvoll und kreativ einzusetzen und zu überwachen.

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