Ihre Meinung zählt Bremsen Sie auch für Tiere?

Ein junger Autofahrer weicht einem Hasen aus und landet im Graben. Im Netz sind die Reaktionen unterschiedlich. Wie würden Sie sich in einer solchen Situation verhalten?

Hasen und andere Wildtiere rennen oft schlagartig vor das Auto. Den Fahrer bringt dies nicht selten in eine schwierige Situation. Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Die Situation ist ein Schock für viele Autofahrer: Plötzlich springt ein Tier auf die Fahrbahn, es bleiben nur Bruchteile einer Sekunde, um zu reagieren. Was tun? Viele Autofahrer weichen instinktiv aus, manche bremsen ganz bewusst. In einer ähnlichen Lage war diese Woche ein junger Autofahrer bei Marktleugast. Der 20-Jährige war am Samstagmittag auf der B 289 zwischen Marktleugast und Kupferberg unterwegs. Plötzlich springt ein Hase auf die Fahrbahn. Der junge Mann weicht aus und kommt dabei von der Straße ab. Er überfährt zwei Leitpfosten und landet im Graben.

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Die Meldung hat auf unseren Social-Media-Kanälen eine lebhafte Diskussion entfacht: Ist es richtig, für Tiere zu bremsen? Die meisten Nutzer sind sich einig: Der Fahrer hat richtig gehandelt. Eine Userin schreibt: „Ich wäre da lieber auch in den Graben gerauscht, ich bremse sogar für eine Maus.“ Ein anderer meint: „Scheiß auf den Blechschaden“.

Doch nicht in allen Kommentaren gibt es Applaus. Zwar räumen die meisten ein, dass sie instinktiv wohl genauso gehandelt hätten, weisen aber auf die Folgen des Ausweichmanövers hin. Ein Nutzer erinnert sich an die Fahrschule, wo ihm beigebracht wurde, „einfach draufzuhalten“.

Tatsächlich kann es Ärger für Autofahrer geben, wenn sie durch Ausweichen oder Bremsen einen Unfall verursachen. Der ADAC weist darauf hin, dass der Vordermann eine Teilschuld hat, wenn er wegen eines Kleintieres bremst und dadurch einen Auffahrunfall verursacht.

Werde der Schaden nicht durch das Wild selbst, sondern durch einen Ausweichversuch ohne Berührung mit dem Wild verursacht, könne von der Teilkasko-Versicherung ein Aufwendungsersatz (“Rettungskosten“) gefordert werden. In der Praxis sei es jedoch oft schwierig, das Ausweichmanöver nachzuweisen, erklärt der ADAC.