Die Koboldsstimme: Mit der meisterhaften Neuinterpretation von Maxi Schafroth hat die Show-Stimme nichts gemein. Es ist eine mit Künstlicher Intelligenz erstellte Mischung aus dem Original-Pumuckl-Sprecher Hans Clarin (längst verstorben) und dem Schauspieler Michael Kessler, blechern und aufdringlich.
Nur vom Aussehen her ist es Pumuckl, wie man ihn kennt und liebt. Doch der verhält sich so gar nicht pumuckelig. So lässt er sich etwa von drei Hunden abschlecken, damit sie sein mit Ketchup verschmiertes Hemd mit ihrem Sabber säubern – eine Vorstellung, die dem "echten" Pumuckl wohl die roten Haare zu Berge stehen lassen und ihn in höchsten Tönen kreischen lassen würde. Denn Koboldskenner wissen: Pumuckl hat Respekt vor Hunden.
Die Späße: Die Streiche wirken bemüht und werden nicht dadurch besser, dass sie dem Kobold untergeschoben werden. Er vertauscht Golfbälle und bewirft Menschen im Park mit gemähtem Gras. Immer wieder drückt er Knöpfe, etwa im Spielzeugladen, wo Spielsachen aus Sicht ahnungsloser Kunden ein Eigenleben entwickeln. Seifenblasen schweben, Plüschtiere schleudern durch die Luft und ein Puppenkopf mit Bauhelm rast kichernd auf einem Minibagger umher.
Die Opfer: In gefühlt 90 Prozent der Fälle werden Frauen hereingelegt. Weil sie sich aus Sicht der Macher besser als Opfer eignen? Sie rennen kreischend vor einem T-Rex davon (einem kostümierten Mann). Und in einer Autowaschanlage kämpfen sie sich mit hochgehobenem Rock durch Schaummassen ("Oh ne, gut, dass ich keine Seidensachen anhabe"). Und in einer Ausstellung betrachten sie kichernd eine pupsende Mumie, offensichtlich weil es für sie so ins Drehbuch geschrieben wurde.
Das Fazit: Gäbe es den Pumuckl in echt, würde er sich wohl bei den Machern der Show für Chaos sorgen und mindestens alle ihre Schlüssel verstecken.