Im Fichtelgebirge Aus Ehrenamtlichen werden Filmstars

Jürgen Henkel
Regisseur Gerhard Büttner plauderte aus dem Nähkästchen und berichtete von den Filmarbeiten. Vor ihm die 18 Mini-Oscars. Foto:  

Die Weltpremiere des Imagefilms „Freiraum für Helden“ sorgt für Kinostimmung in der Fichtelgebirgshalle.

„Vorhang auf!“ und „Bühne frei!“ hieß es am Dienstag in der Fichtelgebirgshalle zur Weltpremiere des neuen Imagefilms der Initiative „Freiraum für Macher“ im Landkreis Wunsiedel. Aus 18 ehrenamtlichen Gruppen, Vereinen, Initiativen und Diensten sind nun Filmhelden geworden. Der vierminütige unter der Regie von Gerhard Büttner hochprofessionell erstellte Streifen mit dem Titel „Freiraum für Helden“ präsentiert humorvoll, geistreich, tempogeladen und einladend zugleich das Ehrenamt an konkreten Beispielen aus der Region.

Es gab „großen Bahnhof“ und sogar Kinoatmosphäre in der Fichtelgebirgshalle, auch dank zahlloser Popcornpakete und Getränke. Rund 200 ehrenamtlich engagierte Menschen unterschiedlichster Generationen aus dem Landkreis ließen es sich nicht nehmen, den Kurzfilm erstmals in Augenschein zu nehmen, der sich als Werbung für das Ehrenamt versteht und entsprechende Initiativen in vielen unterschiedlichen Bereichen in wenigen Minuten vorstellt. Manche suchten wohl auch sich selbst auf den flimmernden Bildern und erinnerten sich an die lustigen wie anstrengenden Dreharbeiten.

Lust auf Ehrenamt

Der Film macht tatsächlich Lust auf ehrenamtliches Engagement. Die Pressesprecherin des Landratsamtes und der Initiative „Freiraum für Macher“, Anke Rieß-Fähnrich, moderierte durch den Abend und interviewte zunächst gemeinsam mit dem „Fichtelgebirgswerner“ Thomas Zeitler einige der neuen „Leinwandstars“. Landrat Peter Berek brach eine Lanze für das große ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger im Landkreis, das im Film wie an diesem Abend sichtbar werde. „Das Fichtelgebirge ist ohne Ehrenamt nicht vorstellbar. Es braucht einen solchen Film, der zeigen und dokumentieren kann, was alle im Ehrenamt leisten“, so Berek.

Helmut Fröhlich vom bayerischen Heimatministerium, das dieses Projekt finanziell gefördert hat, weiß das Geld seines Hauses gut angelegt. „Wir geben den Regionen Finanzmittel, damit diese mit ihren Pfunden wuchern können. Das Ehrenamt ist der Kitt der Gesellschaft. Ehrenamtlich Engagierte bringen sich ein für das Gemeinwohl.“ Der Film biete einen Impuls für alle, sich im Ehrenamt einzubringen, und gebe den bereits Aktiven eine Gelegenheit, sich zu zeigen und zu präsentieren.

Ehrenamtliche als Hauptdarsteller

Projektleiterin Katharina Becher von „Freiraum für Macher“ betonte: „Der Film soll zeigen, wie es im Ehrenamt zugeht. Und das nicht schnulzig, sondern so, wie es wirklich ist, auf jeden Fall aber als Ermutigung für alle.“ Aktive Ehrenamtliche aus 18 Organisationen sind in dem Film vertreten und wurden damit nun zu „Hauptdarstellern“, wie es Rieß-Fähnrich nannte.

Einen Blick hinter die Kulissen und die Kamera warf Regisseur und Filmemacher Gerhard Büttner, der nun bereits seinen zweiten Imagefilm für die Initiative „Freiraum für Macher“ gedreht hat. Er sagte: „Das Zeitengagement der Ehrenamtlichen ist immens. Das habe ich beim Filmen mitbekommen und das hat mich sehr beeindruckt. Das tolle Engagement der Ehrenamtlichen hat mein Engagement für diesen Film noch angestachelt.“ Büttner lobte die Disziplin der Mitwirkenden. „Oft gab es stundenlange Aufnahmen für später wenige Sekunden Film. Es hat auch viele Einstellungen gebraucht, um die ganze Bandbreite abzubilden. Und nicht jeder findet sein Gesicht im Film wieder. Sonst würde der Streifen viele Stunden dauern.“

Heiß erwartete Premiere

Nach den erfreulich kurzweiligen Vorreden gab es schließlich die heiß erwartete Premiere des Films. Dessen Botschaft wurde rasch deutlich: Das Ehrenamt ist eine tolle Sache; es dient der Gesellschaft und dem Gemeinwohl und gibt jedem Engagierten auch etwas zurück. Jeder und jede kann mitmachen und sich einbringen, von den „Blaulichtorganisationen“ und klassischen Sport-, Kultur-, Geselligkeits- und Faschingsvereinen über die Tafel-Vereine bis hin zum Tierschutzverein und den Kleintierzüchtern.

Zum krönenden Abschluss der stilvoll inszenierten Filmpremiere wurde es ernst, ja fast erhebend, als jeweils ein Vertreter aller achtzehn beteiligten Vereine und Dienste, Gruppen und Initiativen auf die Bühne durfte, um sich dort einen der kleinen schmucken „Mini-Oscars“ abzuholen, die dort schon weithin sichtbar bereitstanden. Mit einem feinen Büffet und vielen Gesprächen klang der Abend aus.

 

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