Im Fichtelgebirge Bäder haben an der Temperatur gedreht

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Von Hallenbad-Schließungen ist nirgends die Rede. Aber weil die Energiekosten explodieren, ist das Wasser in Marktredwitz, Wunsiedel und Alexandersbad kühler als bisher. Die Selber heizen schon länger sparsam.

Ein Grad weniger in Marktredwitz

Mit 100 000 bis 150 000 Euro Mehrausgaben einschließlich Gasumlage rechnet die Stadt Marktredwitz, weil die Heizkosten steigen. Die Wassertemperatur sei jeweils um ein Grad reduziert worden, erklärt Nadine Reber von der Pressestelle. „Sie beträgt jetzt im Hauptschwimmbecken 28 Grad und im Nichtschwimmer- und Babybecken 30 Grad. Im Beckenbereich muss die Raumtemperatur zwei Grad über der Wassertemperatur liegen.“ Im Umkleide-, Eingangs- und Wellnessbereich werden der Pressesprecherin zufolge weitere Optimierungen vorgenommen. Außerdem sei der Lüftungsbereich umgestellt worden auf 40 Prozent Frischluftzufuhr und 60 Prozent Umluft.

Denkt die Stadt angesichts der Kostensteigerungen über reduzierte Öffnungszeiten oder eine Schließung nach? „Wir sind bemüht, das Hallenbad offen zu halten. Denn es hat überörtlichen, öffentlichen Charakter“, sagt Reber. Sowohl für die Schulen als auch für die Bürger aus der Stadt und aus dem Landkreis stelle das Mak-Bad eine wichtige Infrastruktureinrichtung dar, weil es für Schulschwimmen, Schwimmkurse, Freizeitsport, Erholung und mehr genutzt werde.

Geplant sei, das Marktredwitzer Hallenbad im Frühjahr an das Nahwärmenetz im Schulzentrum anzuschließen und unabhängig von der Gasversorgung zu machen, erklärt die Pressesprecherin.

Wunsiedel geht zwei Grad runter

Die Stadt senkt die Wassertemperatur in der Lehrschwimmhalle Wunsiedel von bisher 29 auf 27 Grad ab. Um zwei Grad reduziert werde auch die Raumtemperatur im Beckenbereich: von bisher 31 auf 29 Grad, teilt Pressesprecherin Inge Schuster mit.

Der Betrieb starte voraussichtlich am Montag, 19. September. Da es sich um eine Lehrschwimmhalle handele, denke man nicht über eine Schließung nach, sondern plane, sie während der Schulzeiten zu nutzen. Aufgrund der gestiegenen Energiekosten rechne die Stadt mit Mehrausgaben in Höhe von 25 Prozent.

Ebenso wie die Jean-Paul-Schule und die Mehrfachturnhalle werde auch die Schwimmhalle mit Pellets beheizt, erklärt Schuster. Zusätzlich sei für Spitzenlast-Zeiten ein Gaskessel eingebaut.

Alexandersbad reduziert ebenfalls

Trotz steigender Energiekosten sehe man in Alexbad bisher von Änderungen der Öffnungszeiten ab, teilt Beatrix Jahreis aus dem Betriebsbüro Bad Alexandersbad mit. Die Wassertemperatur liege in jedem Becken um ein Grad niedriger: im Schwimmerbecken bei 32 Grad, im Bewegungsbecken bei 34 und im Außenbecken bei 31. Die Umgebungstemperaturen seien angepasst. Weil die Lüftungsanlage mit der Außentemperatur gekoppelt ist, könne man keine genaue Raumluft-Temperatur benennen. „Die modernen Lüftungsanlagen optimieren sich selbst nach den entsprechenden Temperaturen“, erklärt die Mitarbeiterin. Wie hoch die Mehrkosten im Alexbad aufgrund gestiegener Energiepreise ausfallen werden, könnten die Verantwortlichen nicht abschätzen, sagt Jahreis, weil noch Anbieter-Infos fehlten.

Selb heizt schon länger sparsam

Aktuell ist das Hallenbad in Selb zwar noch geschlossen, aber im Oktober soll geöffnet werden – mit unveränderter Wassertemperatur. Diese lag bisher schon ein, zwei Grad tiefer als in den Nachbarstädten: bei 28 Grad im Sportbecken und bei 30 im Kinderbecken, sagt der städtische Pressesprecher Christopher Jakob. An Warmbadetagen – von September bis Mai samstags und sonntags – werden die Selber weiter mit zwei Grad mehr verwöhnt. Die Raumtemperatur in der Badehalle liegt um zwei Grad höher als die Wassertemperatur – normalerweise bei 30, an Warmbadetagen bei 32 Grad. Im Sanitärbereich hat es 34 Grad, im Eingangsbereich mit den Umkleidekabinen 26.

Trotz der Energiekrise sei keine Schließung vorgesehen, bekräftigt Jakob. „Das Hallenbad im Rosenthal-Park soll weiterhin geöffnet bleiben. Als Sportbad der Region bietet es einen großen Mehrwert für die Bevölkerung.“ Besonders wichtig sei das Bad auch für die Schwimmkurse in der Stadt. Die Einrichtung verfüge über eine Hackschnitzelheizung, die die ESM betreibe. „Die Kosten setzen sich aus dem Grundpreis und dem tatsächlichen Verbrauch zusammen. Derzeit ist eine Preissteigerung von nicht einmal acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen“, informiert Jakob. Aktuell sei die Einrichtung allerdings noch wegen Bauarbeiten geschlossen, erklärt der Pressesprecher. Denn während der Sommerpause begannen die Arbeiten an den Einströmdüsen im Becken. Wegen Materialengpässen kam es zu einer Verzögerung. Sobald die Arbeiten beendet seien, werde das Selber Hallenbad wieder geöffnet – voraussichtlich im Oktober.

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