Im Rosenthal-Theater Ein bunter Benefizkonzert-Abend

Silke Meier

Seit 70 Jahren besteht der Nordbayerische Musikbund schon. Zahlreiche Musiker aus der Region feierten dies mit einem Konzert im Selber Rosenthal-Theater.

70 Jahre Nordbayerischer Musikbund im Kreisverband Hof-Wunsiedel – das feierten die Marktredwitzer Blasmusik, der Spielmanns- und Fanfarenzug Selb und die Stadtkapelle Rehau mit einem Benefizkonzert im Rosenthal-Theater. 80 Musikerinnen und Musiker standen am Ende des Konzerts auf der Bühne und boten ein eindrückliches Klangerlebnis. Das Publikum – es hätte größer sein können – spendete lange Applaus. Das zweistündige Konzert wurde belohnt mit Bravo-Rufen und monetären Spenden, die der Nachwuchsarbeit zugutekommen.

Zum Auftakt brillierte der Selber Spielmannszug mit dem Armee- Marsch Nr. 5 und dem Fehrbelliner Reitermarsch. Ulla Künzel, Vorsitzende im Kreisverband Hof-Wunsiedel, freute sich über das Zusammenwirken der drei unterschiedlichen Orchester und die dargebotene Bandbreite der Blasmusik. Der zweite Bürgermeister der Stadt Selb, Carsten Hentschel, sprach vom „Gänsehaut-Feeling“ und der hohen Motivation der Kapellen, Kindern und Jugendlichen die Musik nahezubringen. Bezirksvorsitzender Thomas Kolb kündigte an, erneut den Fokus auf die Spielmannszüge zu richten. Werner Gebhardt, Becken-Spieler im Selber Spielmannszug, moderierte den Abend. „Gute Laune mit Blasmusik“ versprach er dem Publikum und dankte der Musikschule Selb für die Kooperation und das hohe Niveau der Ausbildung mit festen Lehrkräften. Tambourmajor Thomas Birkner sei 44 Jahre im Spielmannszug aktiv und bereits mit der Ehrennadel Gold mit Diamant im Verband ausgezeichnet. Ein „Medley of Highlanders“, der Fanfarenmarsch Nr. 10 und das Evergreen Medley brachte den Selber Spielmannszug viel Applaus ein. Die Marktredwitzer Blasmusik unter der Leitung von Nadja Rippert überraschte mit einem jungen Ensemble. 31 Jahre sei das Durchschnittsalter, gab Gebhardt bekannt. Die Blaskapelle wurde nachweislich 1631 gegründet und 2001 vom Bundespräsidenten mit der Pro-Musica-Plakette ausgezeichnet. Jung und frisch war das Repertoire (Highland Cathedral, Abba Gold, Visit to George Gershwin), und heimatverbunden (Mein Marktredwitz, arrangiert von Erwin Jahreis) präsentierte sich das Ensemble.

Spielfreude und gute Laune

Der Mann am Schlagzeug, vor dem Konzert noch Backstage mit Rammstein-T-Shirt, überzeugte ebenso wie die Musikerkollegen mit buchstäblich guter Laune, hoher Spielfreude und Können mit Pfiff. Das Dirigat führte Rippert federleicht und beschwingt. Nach der Pause grüßte der Selber Spielmannszug mit der Komposition von Miroslav Jelinek „Gruß aus Selb“ und dem „Alten Jägermarsch“, mit dem zum Oktoberfest 2019 einmarschiert wurde. Weiter im Programm hatten die Selber die Hochfrankenfanfare, komponiert von Ferdl Pleyer, den Erzherzog-Albrecht-Marsch und den „Marche de la Legion“, der bei Besuchen in der Partnerstadt Beaucouzé Begeisterung auslöste. Dritter im Bunde war die Stadtkapelle Rehau unter der Leitung von Norbert Hofmann, die mit Klassikern aus dem Genre der Musicals antrat. Ein Medley auf hohem Niveau mit Melodien aus „Starlight Express“ und „The Lion King“ bescherte reichlich Applaus.

Der Musikverein Rehau pflegt die sinfonische Blasmusik und fördert das musikalische und gesellschaftliche Leben in der Stadt Rehau und Umgebung mit einem Repertoire aus traditioneller Blasmusik, Film- und Musicalmelodien und modernen sinfonischen Arrangements. Mit der musikalischen Geschichte des kleinen Löwen Simba auf dem Weg zum Erwachsenwerden und einer bild- und klangstarken Reise nach Afrika unterhielt die Stadtkapelle das Publikum. Ulla Künzel dankte Publikum und Musikern, die geprobt und Einsatz gezeigt hätten. Ihr Dank galt allen Vereinsvorsitzenden, den Bühnentechnikern, den Rettungskräften von BRK und FFW sowie dem Layouter der Plakate und Eva Enders, der Leiterin des Selber Kulturamtes. Zum großen Finale waren es 80 Musikerinnen und Musiker, die gemeinsam „Gruß an Kiel“ und den „Koburger Marsch“ schmetterten. Vom Publikum gab es stehende Ovationen und Bravo-Rufe. Die Gesamtleitung oblag Norbert Hofmann.

 

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