Im Selber Rathaus Der Abschied des fleißigen Diplomaten

Der scheidende Bauamtsleiter Helmut Resch mit seiner Frau Angelika Mack-Resch und Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. Foto: /Florian Miedl

Der Selber Bauamtsleiter und Selbwerk-Geschäftsführer Helmut Resch geht an seinem 64. Geburtstag in den Ruhestand. Alle Redner loben sein Wissen, Können und seine Kollegialität.

 
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Es war ein Abschied mit vielen Emotionen, aber auch mit viel Lob und Anerkennung für einen hochverdienten Amtsleiter der Stadt: Am Freitag haben Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, die Vertreter der Stadtratsfraktionen sowie die Mitarbeiter und Kollegen Bauamtsleiter Helmut Resch in den Ruhestand verabschiedet. Fast 33 Jahre stand er im Dienst der Stadt, davon über 26 Jahre als Leiter des Stadtbauamtes und seit 2009 als alleiniger Geschäftsführer des Selbwerkes. Die Gäste der Feierstunde dankten es Resch mit vielen guten Wünschen, Geschenken und langem Applaus.

Keine staatstragende Rede wolle er halten, sagte Oberbürgermeister Pötzsch zu Beginn, vielmehr solle die Feier der Arbeitsweise Reschs gleichen: freundschaftlich und auf Augenhöhe. Pötzsch attestierte dem scheidenden Amtsleiter, dass er ganz besondere Arbeit geleistet habe. „Du hast dich nie auf dem Erreichten ausgeruht“, ging Pötzsch auf den Werdegang Reschs ein. Immerhin habe er nicht nur die Staatsprüfung und die Prüfung für den höheren Dienst absolviert, sondern sei auch Diplom-Wirtschaftsingenieur. Neben den umfangreichen Aufgaben eines Bauamtsleiters habe Resch auch die Geschäftsführung des Selbwerkes übernommen und es zu einem florierenden Unternehmen gemacht, das nicht nur Immobilien-, sondern auch Ingenieurdienstleistungen für Dritte übernimmt. „Deine Expertise ist in Fachkreisen überall geschätzt.“ Auch sei Resch durch die Europan-Wettbewerbe europaweit vernetzt. Und er sei dafür bekannt, dass er Fachliteratur gerne morgen um 3 Uhr lese.

Immer willkommen

Daneben gebe es auch den Privatmann und Familienmenschen Helmut Resch, der vielseitig interessiert und engagiert sei und dessen ganzer Stolz seine Enkelin Lotte sei. „Deine Familie ist bestimmt nicht böse, wenn Du jetzt mehr zu Hause bist.“ Falls es dem Ruheständler aber doch mal langweilig werden sollte, „bist du jederzeit im Rathaus gern gesehen. Wir finden schon eine Aufgabe für dich“, sagt Pötzsch augenzwinkernd. Reschs zahlreiche Funktionen zu übernehmen und seine Erfahrung sowie sein Können zu kompensieren, werde nicht leicht; das habe man schon bei der Stellenausschreibung gemerkt. „Wir werden dich und deinen unermüdlichen Einsatz sowohl bei der Stadt als auch beim Selbwerk sehr vermissen und bedanken uns für deine jahrzehntelange wertvolle Arbeit, die die Stadt Selb maßgeblich vorangebracht hat“, schloss Pötzsch.

Dank an die Familie

Dass Helmut Resch der Abschied schwer fällt, zeigte sich gleich am Anfang. Von den eigenen Gefühlen übermannt, dankte er zunächst seiner Frau Angelika und seiner Familie, die oft auf ihn habe verzichten müssen. Nicht nur Fachliteratur habe er zu Hause gelesen, sondern auch seinen Wochenplan vorbereitet. Der sei aber meist schnell überholt gewesen: „Du, lieber Uli, hast immer noch neue Aufgaben gefunden.“

Dennoch: „Ich habe meine Arbeit gerne gemacht“, sagte Resch, der seinem ganzen Team für die tatkräftige Unterstützung dankte und gleichzeitig einräumte, dass er manchmal etwas ungeduldig gewesen sei. In launig vorgetragenen Anekdoten erinnerte Resch an seine ersten Tage in Selb, an Begegnungen mit Oberbürgermeistern, Investoren und Bürgern. „Selb ist zu meiner Stadt, meiner Heimat geworden“, bekannte das Geburtstagskind. Sein Dank galt auch den anderen Amtsleitern und den Stadtratsfraktionen für die angenehme Zusammenarbeit. Nur miteinander könne man in und mit der Stadt erfolgreich sein.

Im Stadtbild präsent

Die besten Wünsche des Personalrates überbrachte Sandra Kieke. Reschs Schaffen und Wirken sei überall im Stadtbild präsent, sagte sie. Immerhin habe der Bauamtsleiter in seinem Beruf nicht nur seine Berufung gesehen, sondern auch Erfüllung gefunden.

Für die CSU-Fraktion dankte Reschs früherer Vorgesetzter, der ehemalige Oberbürgermeister Wolfgang Kreil, „für die hervorragende Arbeit und das freundschaftliche Miteinander“. Die Stadt Selb sei der richtige Arbeitgeber gewesen, wo sonst hätte Resch eine solche Fülle an Herausforderungen finden können. Resch habe mit diplomatischem Geschick Selb weitergebracht. Die Neuaufstellung des Selbwerkes sei dabei seine Meisterleistung gewesen.

Große Lücke

Den guten Wünschen schlossen sich Erwin Benker für die Freien Wähler Selb und Anneliese Schade für die Aktiven Bürger an. Wie sie sagte, ist Resch ein Mensch, der gut beobachte, aber auch über sich selbst lachen könne. Und er hinterlasse einen großen Fußabdruck. Ähnlich äußerte sich Stadträtin Susann Fischer (Bündnis 90/Die Grünen). Resch hinterlasse eine Lücke, die nur schwer zu füllen sein werde.

Als „konstante Größe“ bezeichnete Walter Wejmelka (SPD) seinen scheidenden Bauamtsleiter: „Er war immer da, immer offen für Fragen, Anregungen und Kritik. Es war ein Umgang, wie er sein sollte.“

Bereits in der Stadtratssitzung am Mittwoch hatte OB Pötzsch Reschs Leistung gewürdigt. Der habe an mehr als 300 Stadtratssitzungen mit über 10 000 Tagesordnungspunkten teilgenommen. Auch die Stadträte hatten Reschs Wirken mit stehenden Ovationen gewürdigt.

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