Im zehnten Anlauf Lorenzreuth feiert ersten Saisonsieg

Fußball-Bezirksliga: Der FC trifft gegen Waldstein zweimal nach Freistoß und holt die ersten Saisonpunkte. Poppenreuth liefert sich mit Mistelgau ein Spektakel, Selb 13 kehrt in die Erfolgsspur zurück.

SpVgg Selb 13 – SV Bavaria Waischenfeld 3:1 (3:0). – Schiedsrichter: Sebastian Küffner (FC Nagel); Zuschauer: 30; Tore: 1:0 Rimböck (4.), 2:0/3:0 Sedlacek (26./41.), 3:1 Meisel (75.). – Aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes in Waischenfeld wurde das Heimrecht kurzfristig am Sonntagvormittag getauscht. Dieser Umstand und das anhaltende Fritz-Walter-Wetter schlugen sich natürlich auf die geringe Zuschauerzahl nieder. Unbeeindruckt dessen legten die Dreizehner los wie die Feuerwehr, gleich die erste gelungene Kombination vollendete Rimböck zur frühen 1:0-Führung. Fast im Gegenzug blieb Torwart Rudorf lange stehen und verhinderte den Ausgleich gegen einen frei stehenden Gästeakteur. Danach verflachte die Partie etwas, beide Teams neutralisierten sich weitgehend im Mittelfeld. Nach einer Folge von Unzulänglichkeiten in der Defensive der Dreizehner rettete erneut Rudorf gegen einen strammen Schuss.

Erst jetzt legte das Heimteam wieder eine Schippe drauf: Bei einem schnell ausgeführten Rimböck-Freistoß profitierte Sedlacek von einem Luftloch und ließ sich die Einladung alleine vor dem Tor nicht entgehen. In der 41. Minute dann der schönste Angriff des Spiels, eine schnörkellose Kopfballverlängerung von Fischer in den Lauf von Rimböck und dessen flache Hereingabe vollendete erneut Sedlacek zum 3:0. Mit dem Pausenpfiff verhinderte Rudorf mit einer Glanzparade den Anschlusstreffer. In der zweiten Halbzeit spielten die Hausherren zunächst gefälliger und hatten das Spiel im Griff. Klare Torchancen waren jedoch auf beiden Seiten Mangelware. Spannung kam erst mit dem 3:1 noch einmal auf, als Meisel fast aus dem Nichts traf. Im Gegenzug einteilte Rimböck seinem Gegenspieler und vernaschte auch noch den Torhüter, sein Schuss aus etwas zu spitzem Winkel landete jedoch nur am Pfosten. Die kleine Schlussoffensive der Gäste verteidigten die Dreizehner konsequent und brachten den Sieg souverän nach Hause.

FC Waldstein – FC Lorenzreuth 1:2 (0:1). – Schiedsrichter: Stefan Mildenberger (SC Maroldsweisach); Zuschauer: 120; Tore: 0:1 Fux (13.), 0:2 Özdemir (62.), 1:2 Schrepfer (90.+1); Gelb-Rote Karte: Walter (FCW/80., Meckern) – Gegen das Tabellenschlusslicht versäumten es die Granitler, den dringend benötigten Kerwa-Sieg einzufahren. Dabei begann die Heimelf durchaus offensiv und sehr aktiv. Bereits nach einer Minute hatte Kraus die Führung auf dem Fuß, aber zielte zu hoch. Die Waldsteiner waren klar die bessere Mannschaft und kamen zu mehreren guten bis sehr guten Gelegenheiten, aber entweder fehlte das Zielwasser oder Gästeschlussmann Seikert wuchs über sich hinaus. So fischte er je einen gut platzierten Kopfball von Brandhorst und von Kraus noch von der Linie. Walter traf mit einer Freistoßflanke nur den Pfosten. Da stand es aber bereits 0:1, nachdem Fux einen Freistoß aus 17 Metern direkt versenkt hatte. Der erste und lange Zeit einzige Torschuss der Lorenzreuther brachte die Führung und stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Die Gästespieler Schneider und Hoheisel waren dann nach hartem, übermotiviertem Einsteigen beziehungsweise Nachtreten mit Zeitstrafe und Verwarnung noch gut bedient. Die Sener-Schützlinge hatten auch im weiteren Verlauf gute Möglichkeiten, trafen aber das Tor nicht. Nach der Pause beteiligte sich Lorenzreuth zwar mehr am Spiel, aber Torannäherungen waren zunächst weiterhin nur den Gastgebern vorbehalten. Wieder war es ein Freistoß, der zum Treffer für den FCL führte: Fux setzte den Ball aus über 30 Metern an die Latte, Özdemir reagierte schneller als die Granit-Defensive und staubte zum 0:2 ab. Die Gäste bissen sich immer mehr in die Partie und hielten nun aggressiv dagegen, während das Duell immer zerfahrener wurde und sich zum Abnutzungskampf entwickelte. Fouls an Kraus und Schrepfer im Strafraum wurden nicht geahndet. Kraus (Zeitstrafe) und Walter (Ampelkarte) erwiesen ihrer Mannschaft einen Bärendienst und verfolgten die Schlussphase des Spiels wegen Meckerns von draußen. Aksel hätte bei einem Konter das 0:3 erzielten können, vergab jedoch kläglich. Der Anschlusstreffer durch Schrepfer kam zu spät.

SV Mistelgau – SV Poppenreuth 5:5 (2:2). – Schiedsrichter: Martin Götz (SV Steppach); Zuschauer: 110; Tore: 1:0 Heißenstein (16.), 1:1 Semenov (27.), 1:2 Levyha (33.), 2:2 Rach (45.), 2:3 Mlika, Foulelfmeter (48.), 2:4 Mlika (59.), 3:4 Boog K. (64.), 3:5 Levyha (69.), 4:5 Schuster (77.), 5:5 Heißenstein (78.); Gelb-Rote Karten: Ort (SVM/85.) / Levyha (SVP/90.+4). – Auf nassem, rutschigem Kunstrasen bot der SVM dem favorisierten Gast Paroli. Nach einer ausgelassenen Großchance von Sedlacek, der frei am glänzend reagierenden Torwart Kellner scheiterte, konnte man sogar nach einem Konter in Führung gehen. Auch danach blieben die Gelegenheiten gleichmäßig verteilt. Kurz vor dem Pausenpfiff ließ Gästetorwart Fiala einen Heißenstein-Schuss nach vorne abprallen und Rach konnte zum verdienten Ausgleich einschieben. Nach dem Wechsel überschlugen sich die Ereignisse. Zwei erneute Unsicherheiten nutzten die Poppenreuther zur Zwei-Tore-Führung, doch Mistelgau steckte nicht auf und kam durch einen sehenswerten 20-Meter-Schuss von K. Boog gleich zum Anschlusstreffer. Nach einem weiteren Treffer des Gastes glaubte man, die Messe sei gelesen, aber mit hervorragender Moral und beispielhaftem Kampfeswillen schaffte die Heimelf innerhalb kürzester Zeit den Ausgleich. Obwohl die Gäste oft spielerisch und technisch reifer wirkten, verdiente sich die Gröger-Elf das Remis redlich.

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