Impfaktion in Hof Landrat liefert Extradosen an

Sandra Hüttner

Die Sonderimpfaktion in der Freiheitshalle nutzen 1300 Menschen. Der Großteil will die Booster-Impfung. Unsere Zeitung spricht mit den Wartenden in der Schlange.

Hof - Dem Aufruf zur Sonderimpfaktion im Foyer der Freiheitshalle sind am Sonntag viele Menschen nachgekommen. Bereits um 6 Uhr standen die Leute an und zum offiziellen Beginn um 8 Uhr hatte sich eine Warteschlange bis zur Ernst-Reuter-Straße gebildet.

„Ich habe 45 Minuten gewartet und das ist voll in Ordnung, weitere zehn Minuten waren es dann fürs Impfen‘“, erzählt Pamela Simon aus Berg, die sich ihre Booster-Impfung geben ließ und um 10.15 Uhr geimpft wieder nach Hause fahren konnte. „Ich habe zwei Kinder in der Grundschule, die drei Mal die Woche getestet werden und jeden Tag mit Maske im Unterricht sitzen müssen, ihnen hätte ich nicht mehr in die Augen schauen können, wenn ich das Auffrischungsangebot nicht wahrgenommen hätte“, erklärt die zweifache Mutter, die von einem reibungslosen Ablauf beim Impfen spricht und nur lobende Worte äußert. Noch schneller ging es für alle, die den Aufklärungsbogen im Internet bereits runtergeladen und ausgefüllt mitbrachten, berichtet sie.

Eltern machen sich Sorgen

Ein junger Mann aus Hirschberg hat sich seine erste Impfung geben lassen. „Ich war bis dato unschlüssig und letztendlich haben mich meine Eltern dazu animiert, die einfach Angst um mich haben“, erklärt der junge Mann, der im Straßenbau tätig ist und somit den ganzen Tag an der frischen Luft arbeitet. „Erkältungen gehören bei meinem Job dazu und haben mich bisher nicht umgehauen“, erzählt er und auch von seinen Ängsten vor Nebenwirkungen. Er habe gehört, man könne als Nebenwirkung Gefühllosigkeit in den Extremitäten bekommen. „Was, wenn ich dann meinen Job nicht mehr ausüben kann, zumindest eine Zeit lang?“, fragt er und weiß zugleich, dass er in diesem Moment keine Antwort erhalten wird.

Auch sieht er es kritisch, dass man als Geimpfter trotzdem das Virus weitergeben kann, wenn auch abgeschwächt. „Konsequent wäre überall 1G, dann würde man die Lage in den Griff bekommen“, bilanziert der Hirschberger, der seine Kontakte schon minimiert habe.

Eine andere Dame, die im Einzelhandel arbeitet und somit viele Kontakte hat, steht für die Booster-Impfung an. „Bei meinem Hausarzt sind die Impftermine ausgebucht und dort bin ich auch noch zu jung, da man erst ab 60 Jahre die Booster-Impfung erhält“, erklärt sie. Ein Ehepaar aus Münchberg sieht die Booster-Impfung als den bestmöglichen Schutz, nicht an Covid zu erkranken. „Alle, die sich nicht impfen lassen, sind einfach nur dumm“, sagt die Dame und ergänzt, dass doch keiner freiwillig sterben möchte, was ja als Ungeimpfter passieren könne.

1000 weitere Dosen

Während des Gesprächs bewegt sich die Schlange immer weiter und bei den Gesprächen mit Vorder- oder Hintermann vergeht die Zeit flott. Am Eingang steht Klaus Hoffmeister vom Wach- und Objektschutz Russo. Er achtet darauf, dass sich die Personen für eine Erstimpfung von den anderen trennen. „Wir haben zwei Eingänge gebildet“, erklärt er und auch, dass für die Erstimpfung nur wenige kommen. „Die meiste Zeit beansprucht das Anstehen, hier drin geht es fix.“

Einer der Impfärzte ist Dr. Andreas Pötzl, der sich über den Ansturm freut. „Es läuft prima, und vorhin hat Landrat Oliver Bär noch 1000 Impfdosen Biontech vorbeigebracht, sodass wir heute insgesamt 2000 Personen impfen können und wir hoffen natürlich, dass auch tun zu können“, erklärt Dr. Pötzl.

Insgesamt agiert ein Team aus zehn Personen mit Ärzten sowie Mitarbeitern der Praxen bei der Impfaktion. „Vier sind an der Anmeldung, da werden die Aufklärungsbogen ausgefüllt und Fragen beantwortet, zwei Kolleginnen sind mit dem Aufziehen der Spritzen beschäftigt und in vier Kabinen wird geimpft“, listet Pötzl auf.

Fast nur boostern

Auf die Frage nach der Resonanz berichtet er, dass bis 10.45 Uhr 650 Personen geimpft wurden. Dabei handelt es sich aktuell um 90 Prozent Booster-Impfungen und 10 Prozent Erstimpfungen.

Dann wartet schon der nächste, der eine Booster-Impfung möchte. Zügig geht es voran, die Ärzte kommen aus den Kabinen und bitten die Impfwilligen freundlich zum Zutritt. „Zehn Minuten dann im Ausgangsbereich noch warten, dort stehen auch Stühle, dann können sie gehen“, gibt Dr. Pötzl mit auf den Weg.

Obwohl die Aktion nur bis 16 Uhr laufen sollte, ist er um 17.30 Uhr noch beschäftigt. Bis zu 40 Menschen warten draußen. „Wir impfen sie noch alle“, sagt der Arzt und nennt die Zahlen: 200 Erstimpfungen, 1100 Drittimpfungen hat das Team bis zum Abend vorgenommen. - In den kommenden Tagen gibt es in der Region weitere Sonderimpfaktionen >>>

 

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