Impfungen im Hofer Land 33 500 Bürger sind geboostert

Dr. Susanne Bertermann informiert Klaus Rohmer über die Impfung. Er ist froh, mit der Booser-Impfung seinen Schutz gegen Corona zu optimieren. Foto: /Faltenbacher

Die Impfaktionen in Stadt und Landkreis Hof laufen auf Hochtouren. Zum Angebot in Impfzentrum und Freiheitshalle kommen viele mobile Möglichkeiten.

Köditz - Die Sonderimpfaktionen in Stadt und Landkreis Hof laufen auf Hochtouren. Weil das Impfzentrum in Helmbrechts seine Kapazitäten wieder ausgebaut hat, die Hausärzte Termine im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit vergeben und Impfaktionen wie die in der Freiheitshalle verstärkt angeboten werden, nehmen die Impfungen in der Region wieder deutlich an Fahrt auf. Am Wochenende strömten 1800 Menschen in die Freiheitshalle und 1000 nach Töpen, die meisten, um sich mit der dritten Impfung den notwendigen Schutz vor Covid-19 zu holen. Dazu kommen mobile Impfaktionen in der ganzen Region – wie zuletzt gestern in der Göstrahalle in Köditz. Viele Bürger aus Stadt und Landkreis Hof nutzten das Angebot.

„Wir hatten morgens um neun noch Schulturnen in der Halle, aber die Mitarbeiter unserer Gemeinde haben die Halle in Windeseile umgestuhlt – pünktlich zum Impfstart um 11 Uhr konnten wir die Türen öffnen für die ersten Impflinge“, berichtet Köditz’ Bürgermeister Matthias Beyer und verweist auf lange Warteschlangen während des ganzen Tages. Die Wartenden mussten jedoch kaum frieren, während der perfekt organisierten Aktion war ausreichend Platz im Warmen, für Gehbehinderte und ältere Bürger gab es Sitzgelegenheiten. Drei Impfkabinen waren vorbereitet. Zusammen mit den Ärzten kümmerten sich drei Helfer der BRK-Kreisbereitschaft und drei Soldaten, die im Impfzentrum Helmbrechts seit Wochen im Einsatz sind, um einen zügigen Ablauf. Am Ende des Tages waren über 200 Impfungen zusammengekommen.

Die Hofer Oberbürgermeisterin Eva Döhla und Landrat Oliver Bär überzeugten sich bei einem Besuch um die Mittagszeit von der Organisation der Impfaktion. „Wir können zufrieden sein, unser eingespieltes Team meistert diese Veranstaltungen perfekt“, lobte Bär Johann Schötz, den Leiter des Zentralen Impfzentrums Hofer Land und den organisatorischen Leiter Marco Vödisch für deren professionelle Arbeit. „Es unser großes Ziel auf der ganzen Welt, die Pandemie zu besiegen“, betonte Landrat Bär. Deshalb sei es auch notwendig, allen Bürgern im Landkreis den bestmöglichen Schutz vor einer Corona-Infektion zu ermöglichen. „Wir wollen erreichen, dass wir möglichst wenig Infizierte mit schweren Krankheitsverläufen behandeln müssen, auch um die Mitarbeiter in den Kliniken nicht zu überlasten.“ Neben bekannten Hygieneregeln und dem Tragen von FFP2-Schutzmasken gehören Bär zufolge auch Testangebote zur Vorsorge.

Corona-Tests

Mit Blick auf die Weihnachtsfeiertage wollen Stadt und Landkreis Hof das Testangebot in den nächsten Tagen weiter ausbauen: Es solle allen Bürgern möglich sein, zu Weihnachten auch Verwandte in Altersheimen oder zu Hause zu besuchen.

Impfquote

Oliver Bär bezifferte die aktuelle Impfquote in der Region auf 74 Prozent, „weit über 80 Prozent der über Zwölfjährigen“. Während der vergangenen Wochen hat Bär zufolge insbesondere der Bereich der Auffrischungsimpfungen großen Zuspruch bei den Bürgern erhalten. „Durch dieses Boostern erhalten unsere Bürger einen großen Schutz. Viele nutzen dieses Angebot“. Insgesamt haben bisher 68 671 Menschen bis Ende Juli die zweite Impfung erhalten und können demzufolge bis zum Ende des Jahres ihre Booster-Impfung erhalten. Bis zum 30. November lag die Zahl derer, die nach einer ausreichenden Zeitspanne nach der zweiten Impfung bereit zur dritten Dosis waren bei 56 000 Bürgern.

Boosterquote

„Aktuell haben wir 33 500 Menschen geboostert. Wir sind also auf einem guten Weg, möglichst viele möglichst schnell mit eine verlässlichen Impfbasis abzusichern.“ Die Quote der Bürger in Stadt und Landkreis Hof liegt demnach inzwischen bei 24 Prozent, auf ganz Deutschland betrachtet liegt der Wert bei 17,5 Prozent. Bis zum Jahresende hat das Impfzentrun Hofer Land bereits mehr als 11 000 Impftermine vereinbart, „bis zum Jahresende können wir deshalb 65 Prozent der für das Boostern geeigneten Bürger geimpft haben“.

Bär verwies in diesem Zusammenhang auf die Belastung der mitimpfenden Hausärzte, deshalb hätten Stadt und Landkreis Hof die Kapazität im Impfzentrum erweitert und ergänzend Impfaktionen geplant. „Bis zum Jahresende finden in 18 der 27 Landkreisgemeinden Impftermine statt“, kündigte Oliver Bär an. Durch die Vergabe von Impfterminen reduziert sich dabei die Wartezeit für Bürger. Hier hat sich Bär zufolge der Bedarf in den vergangenen Wochen enorm verändert: „Noch vor drei Wochen hatten wir Tage, an denen gerade einmal 20 telefonische Anfragen kamen. Nur zehn Tage später schnellte die Zahl hoch auf 8500 Telefonate am Tag; jetzt sind es etwa 1500.“ Das empfindet auch Hofs Oberbürgermeisterin Döhla als gute Entwicklung: „Wir sprechen heuer nicht über Schulschließungen oder einen Lockdown. Die meisten ziehen mit und lassen sich impfen.“

In Hof habe sich die Freiheitshalle als optimaler Standort für Impfungen erwiesen. Weiterhin verwies Oliver Bär auf 33 Impfaktionen, die in den letzten Wochen des Jahres in Stadt und Landkreis Hof terminiert sind.

Wo kommen die Impflinge her?

Eva Döhla freute sich besonders darüber, dass nicht nur Einheimische das Impfangebot in Stadt und Landkreis Hof nutzten: „Ich bekomme regelmäßig Dankesschreiben aus Sachsen und Thüringen, und für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir unseren Nachbarlandkreisen helfen.“ In erster Linie appellierte die Oberbürgermeisterin an die noch ungeimpften älteren Bürger: „Nutzen Sie die Gelegenheit zum Schutz durch die Auffrischungsimpfung.“ Im Bereich der Erstimpfungen berichtete Marco Vödisch von stark rückläufigen Impfzahlen während der Sommermonate. Sie haben sich seinen Ausführungen zufolge seit September wieder erhöht, von durchschnittlich 23 Erstimpfungen am Tag ist die Zahl der Erst-Impflinge auf über 40 gestiegen.

Kinderimpfungen

Für die Impfung der Kinder im Alter zwischen fünf und elf Jahren bezeichnete der Arzt Johann Schötz die Aufklärung der Eltern als wichtige Basis. „Für diese Altersgruppe ist inzwischen ein Impfstoff zugelassen, dennoch fehlt noch immer die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, die bis Mitte Dezember zu erwarten ist. Ich gehe davon aus, dass sich die Empfehlung zunächst nur an Risikogruppen der Kinder in dieser Altersklasse richtet.“ Landrat Oliver Bär sagte in diesem Zusammenhang zu, Kinder-Impftage anzubieten.

Impfung für besondere Gruppen

Um auch den Bewohnern von Asylbewerberheimen, Migranten, Mitgliedern der muslimischen Gemeinden oder Besucherinnen und Besuchern der Tafel ein Impfangebot unterbreiten zu können, sieht das Impfzentrum vor, mit Impfterminen an Ort und Stelle, bei Bedarf zusammen mit Dolmetschern, aktiv zu werden. „Die Planungen laufen, auch für Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis“, betonte Marco Vödisch. Eva Döhla ergänzte, dass für diese Bürgergruppen der direkte Kontakt von großer Bedeutung sei: „Wir müssen hier auf die Leute aktiv zugehen, um Erfolg zu haben.“

Situation der Krankenhäuser

Oliver Bär bezeichnete die Mitarbeiter in den Krankenhäusern als stark belastet. „Es geht grundsätzlich um große Herausforderungen für den medizinischen Bereich. Vereinzelt haben wir Patienten aus anderen Landkreisen aufgenommen“, sagte der Landrat.

Eva Döhla ergänzte: „Wir können jedoch sicherstellen, dass unsere Kliniken in der Lage sind, andere Intensivpatienten nach Unfällen oder schweren Krankheiten aufzunehmen.“ Johann Schötz, leitender Arzt des Impfzentrums Hofer Land, verwies in diesem Zusammenhang auf die medizinische Koordinierungsstelle, die Kapazitäten der Kliniken in der Region und der Kliniken in der Umgebung abstimmt. „Wir sollten dennoch versuchen, so viele Bürger wie möglich zu impfen, um das Gesundheitssystem nicht über Gebühr zu belasten“, resümierte Eva Döhla.

Impfaktionen ohne Anmeldung

Heute

Hof: 14 bis 20 Uhr, Hof, Foyer Freiheitshalle Hof, Kulmbacher Straße 4 (Eingang über Parkplatz der Freiheitshalle)

Donnerstag

Rehau: 12.30 Uhr bis 16 Uhr, Praxis Dr. Klustova, Maxplatz 15

Hof: 8 bis 16 Uhr, Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ), Heiligengrabstraße 16

Freitag

Hof: 8 bis 13 Uhr, MVZ Töpen: 8 bis 16 Uhr, Turnhalle, Königshofstraße 1

Samstag

Naila: 8 bis 15 Uhr, Praxis Wilberg, Martinsbergerstraße 8

Hof: 8 bis 16 Uhr, Freiheitshalle

Oberkotzau: 8 bis 16 Uhr, Grund- und Mittelschule, Schulstraße 3 (Eingang über Parkplatz Saaletalhalle)

Regnitzlosau: 9 bis 14 Uhr, Grundschule, Schulstraße 11

Hof: 8 bis 12 Uhr, Praxis Jakob Asis, Poststraße 13

Sonntag

Hof: 8 bis 16 Uhr, Freiheitshalle

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