Impfzentrum im Landkreis Wunsiedel BRK betreibt Impfzentrum

Im Landkreis laufen die Vorbereitungen, dass im Wunsiedler Rot-Kreuz-Haus mit den Impfungen begonnen werden kann. Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Seit Dienstagabend ist klar, wo sich die Bürger im Landkreis Wunsiedel gegen Corona impfen lassen können. Das BRK baut im Rot-Kreuz-Haus in Wunsiedel das Impfzentrum auf. Bis in wenigen Tagen könnte es in Betrieb gehen.

Wunsiedel - Das Impfzentrum im Landkreis wird im BRK-Haus in Wunsiedel eingerichtet werden. Der Auftrag dafür ist jetzt vom Landkreis an den örtlichen Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes vergeben worden. Damit wird das Impfzentrum zum 15. Dezember planmäßig einsatzbereit sein.

Das BRK wird das Impfzentrum in seinen Räumen in der Rot-Kreuz-Straße 7 in Kooperation mit dem Landkreis schrittweise einrichten; neben den Impfungen vor Ort werden auch zwei mobile Impfteams aufgebaut, die beispielsweise in Heimen zum Einsatz kommen können.

„Ich bin sehr froh, dass es uns gelungen ist, mit dem BRK-Kreisverband einen lokalen und stets verlässlichen Partner als Betreiber zu finden. Das Rote Kreuz hat bereits mit dem Beginn der Pandemie an vielen Ecken und Enden unterstützt. Von Hilfeleistungen bei Risikogruppen, beispielsweise einem Einkaufs- und Lieferservice, bis zur Unterstützung an der Teststelle in Marktleuthen war auf die Mitglieder des BRK immer Verlass. Auch den Betrieb einer wichtigen Anlaufstelle wie dem Impfzentrum wissen wir nun in bewährten Händen“, kommentiert Landrat Peter Berek die Entscheidung.

„Für uns ist die Aufgabe von besonderer Bedeutung. Einerseits, weil wir unsere Räume in Wunsiedel dafür nutzen können, aber auch, weil Impfungen aus unserer Sicht die wichtigsten Maßnahmen sind, um Infektionskrankheiten zu verhindern. Es ist für uns daher eine besondere gesellschaftliche Aufgabe, die wir mit dem Betrieb des Impfzentrums und den mobilen Teams übernehmen“, sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Ulbrich. „Unsere Beschäftigten, auf die ich sehr stolz bin, identifizieren sich mit ihren Aufgabenfeldern und werden sich mit Leidenschaft einbringen.“

In den kommenden zwei Wochen gilt es nun, die Infrastruktur in enger Abstimmung mit dem Team des Gesundheitsamts weiter aufzubauen. Auch die Gesundheitsbeauftragte des Landkreises, Cornelia Schaffhauser, sowie das Team der Gesundheitsregion Plus sind eingebunden und stehen bereits in Kontakt zu den Ärzten im Landkreis. Geplant ist, nach Bekanntwerden einer konkreten bayerischen Impfstrategie sowohl eine telefonische als auch eine Online-Terminvergabe zu ermöglichen. Bislang ist lediglich bekannt, dass Impfwillige zwei Impfungen im Abstand von 21 Tagen erhalten sollen. Bei der Priorisierung war zuletzt stets von Menschen hohen Alters, Personen mit chronischen Erkrankungen sowie Bewohnern von Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen die Rede. Aber auch eine frühzeitige Impfung sogenannter systemrelevanter Gruppen war von der Staatsregierung angekündigt worden.

Das Rote Kreuz hat bereits vor mehreren Tagen unter anderem eine neue Stelle speziell für die Arbeit im Impfzentrum ausgeschrieben. Dabei handelt es sich um eine kaufmännisch ausgebildete Kraft, die für die Datenerfassung und Koordination von Terminen, der Telefonzentrale und anderen organisatorischen Dingen befasst sein wird.

Welcher Impfstoff letztlich das Rennen macht, ist noch nicht entschieden, derzeit scheint der aus den USA bei der Zulassung durch die EU die Nase vorn zu haben. Wie berichtet, wird nach den Vorstellungen des Landesamtes für Gesundheit der jeweils vor Ort als Erstes verfügbare Impfstoff verwendet. Bei der Lagerung gibt es hier große Unterschiede. Während es hierfür beim englischen Impfstoff-Kandidaten keine besonderer Vorrichtungen bedarf, muss der US-amerikanische bei minus 20 und der des deutsch-amerikanischen Unternehmens Biontech-Pfizer bei minus 70 Grad Celsius gelagert werden. Sollte dies momentan noch nicht möglich sein, wird der Landkreis die Voraussetzungen für die Lagerung schaffen.

Noch nicht bekannt ist auch, welche Qualifikation für die Verabreichung des Impfstoffes notwendig ist. Hier gibt es je nach Unternehmen möglicherweise unterschiedliche Anforderungen. Im Normalfall ist ein Arzt für die Anamnese, das Aufklärungsgespräch des Patienten und die Überwachung des Impfvorganges üblich. die Impfung kann dann auch medizinisches Fachpersonal ausführen. Es gibt jedoch gelegentlich Vorgaben der Hersteller, dass ein Arzt die Spritze setzen muss.

Wann Phase eins der Impfungen abgeschlossen sein wird, lässt sich noch nicht prognostizieren. Dies ist der Fall, wenn die Risikogruppen und Menschen in systemrelevanten Berufen geimpft sind. Vergangene Woche hieß es aus dem Landesamt für Gesundheit, dass voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2021 die zweite Impf-Phase starten kann. Das sind allerdings lediglich Spekulationen.                                                     A. R-F/M.Bäu.

 

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