In Bad Weißenstadt Bischof gratuliert zum Kirchengeburtstag

Alfons Prechtl

Der Regensbürger Bischor Rudolf Voderholzer zelebriert zusammen mit drei einheimischen Geistlichen den feierlichen Gottesdienst zum 90-jährigen Bestehen der Kirche Maria Immaculata.

Beim Pontifikalgottesdienst (von links): Pfarrer Günter Vogl, Bischof Rudolf Voderholzer, Pater Innocent Lyimo AJ und Pfarrer Andrzej Gromadzki. Foto: Alfons Prechtl

Als das Kirchenlied „Ein Haus voll Glorie schauet“ erklang, wusste jeder der zahlreichen Gottesdienstbesucher, was die Stunde geschlagen hatte: Die katholische Kirchengemeinde Maria Immaculata – Mariä unbefleckte Empfängnis – feierte das 90. Gründungsfest des Gotteshauses.

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Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand ein Pontifikalamt mit Diözesanbischof Rudolf Voderholzer aus Regensburg , der sich freute, in der Pfarrei und in der Stadt Bad Weißenstadt sein zu können. Rückblicke, Dank und Bitten bestimmten die Thematik. Am Schluss fasste das Kirchenlied „Großer Gott, wir loben dich“ alles zusammen.

Geschmückt in Weiß und Gelb

Das Gotteshaus und die Außenanlagen hatten ihr Festkleid angelegt. Mesnerin Annemarie Beck und ein Stab von Helferinnen und Helfern präsentieren dort reichlichen Kirchenschmuck in den Kirchenfarben Weiß und Gelb. Der Bischof und die Zelebranten trugen weiße Messgewänder, die Ministranten rote.

Festlich-froher Gottesdienst

Festlich-frohe Stimmung herrschte schon beim Einzug, als der evangelische Posaunenchor einen Choral anstimmte, Stephan Scheffel an der Orgel einsetzte und Kantor Christian-Peter Rothemund mit klarem Gesang glänzte. Die Lektoren Herbert Dietrich und Steffen Langer trugen die Lesungen vor, Ministranten die Fürbitten. Als Konzelebranten fungierten neben Bischof Rudolf Voderholzer Pfarrer Andrzej Gromadzki, Pater Innocent und Pfarrer Günther Vogl.

„Geistliches Zentrum“

Pfarrer Gromedzki sprach in seiner Begrüßung von einem „geistlichen Zentrum und einer Heimat“ die das Gotteshaus über 90 Jahre bedeutet habe. Die Anwesenheit des Bischofs würdigte er als „Ehre und tiefe Freude“; sie sei als bedeutendes Zeichen zu verstehen.

Trutzburg in unschöner Zeit

Der Bischof erwähnte, dass man auf den Tag genau die Weihe der Kirche feiern könne und dass das Mitwirken des evangelische Posaunenchors ein echtes Zeichen der Ökumene sei. Das Jahr 1936 sei keine schöne Zeit gewesen, sagte er. „Während man die olympischen Spiele in Berlin feierte, war es schon deutlich, dass die Kriegsmaschinerie in Gang gesetzt wurde.“ Umso mehr habe der Bau der Kirche als Trutzburg gegolten, zu der viele fleißige Hände bereit gewesen seien.

„Kreuz nicht verharmlosen“

In seiner Predigt ging Bischof Voderholzer auf das Tagesevangelium ein, das die Frage nach Glück aufwarf. „Wer ständig nach dem Glück jagt, verjagt es“, sagte der Prediger und fügte hinzu, dass sinnvolles Tun im Verschenken an andere bestehe. Nach dem Evangelium werde derjenige „das Leben gewinnen“, der das Kreuz nicht verharmlost.

Von der Innenausstattung der Kirche Maria Immaculata zeigte sich der Diözesanbischof sehr angetan. Ausgehend vom Altarbild mit dem Kreuz, über die zwölf Apostelleuchter und die 14 Kreuzwegstation an den Wänden komme überall das Wesen der Kirche zum Ausdruck, sagte er. Schließlich sprach Voderholzer noch von der „Hauskirche, in der sich der Auftrag der Kirche fortsetzt“.

Platz für Freud und Leid

„Wir sind stolz auf unsere Marienkirche“, betonte die stellvertretende Sprecherin des Pfarrgemeinderats Barbara Weiß. Sie charakterisierte das Gebäude mit „einfach, gradlinig und herzlich“. So viele Menschen hätten in den 90 Jahren ihres Bestehens in dieser Kirche Freud und Leid geteilt. Weiß dankte den einstigen Initiatoren in einer nicht einfachen Zeit.

„Ort des täglichen Lebens“

Bürgermeister Matthias Beck überbrachte die Glückwünsche der Stadt Bad Weißenstadt und der Stadträte. Er sagte: „Für viele Generationen ist dieses Gebäude und diese Einrichtung der Ort des Glaubens, des Gebetes und des täglichen Lebens. Das Gebäude und die Einrichtungen sind mehr als Steine – sie sind Heimat.“ Er hoffte, dass man nach vorne blicken könne und die Einrichtungen mit Leben fülle werde.

Beim Eintrag in Goldene Buch der Stadt (sitzend, von links) Bürgermeister Matthias Beck und Bischof Rudolf Voderholzer; sowie hinten (von links) Kirchenpfleger Reinhold Rott, Pfarrer Andrzej Gromadzki, Pater Innocent und die stellvertretende Sprecherin des Pfarrgemeinderats, Barbara Weiß. Foto: Alfons Prechtl

Landrat Peter Berek hob in seinem Grußwort hervor, dass es sich lohne, Kraft in die Kirche zu stecken. „Anpacken“ sei die Losung der heutigen Zeit, und die Kirche lebe dies im täglichen Leben, wenn sie den Menschen Trost und Nächstenliebe zu kommen lasse.

Nach dem Gottesdienst trug sich Bischof Voderholzer im Jugendheim ins Goldene Buch der Stadt ein. Dabei stellte er festgestellt, dass Bischöfe aus Regensburg die Pfarrgemeinde schon häufiger besucht hatten, wie etwa 1986 Manfred Müller zum 50-jährigen Bestehen des Gotteshauses.

Ein Pfarrfest in den Anlagen der Gemeinde beendete die Feierlichkeiten.