„Das erste Mal haben wir uns auf dem Bobengrüner Wiesenfest gesehen, da war ich 13 Jahre“, erzählt Jette Wölfel. Sie hat jetzt mit ihrem Mann Reinhold das seltene Fest der Gnadenhochzeit gefeiert. Er lächelt, wohl ganz in Erinnerung, und erzählt, „das schöne Madla“ damals zum Schaukeln eingeladen zu haben. Seinerzeit war die „Reitschule“ aus Naila mit Karussell und Schiffsschaukel auf dem Wiesenfest vertreten. „Die Schiffsschaukel war meins, immer hoch hinaus und am liebsten mit Überschlag“, erzählt Reinhold Wölfel schmunzelnd. Es war das erste Zusammentreffen, obwohl beide in dieselbe Schule gegangen sind. „Dann haben wir uns sieben Jahre nicht mehr gesehen“, erzählt Jette Wölfel weiter und berichtet vom Wiedersehen auf dem Tanz. „Wir haben zusammen getanzt – und dann war es passiert“, tut Reinhold Wölfel schmunzelnd kund. Er habe sie gefragt, ob sie miteinander gehen wollen. „Sie hat es bejaht“, erzählt der Gnadenhochzeiter, wischt sich verstohlen eine Träne weg und betont: „Seitdem sind wir zusammen.“ 1954 fand die Hochzeit statt, standesamtlich im früheren Bobengrüner Rathaus und kirchlich in Bad Steben in der Lutherkirche bei Pfarrer Schwarz.