Es ist der 8. September 1945, als es bei Familie Frank klingelt, in Netzschkau bei Reichenbach im Vogtland, Hohe Straße 3: „Zwei Männer in langen Mänteln stellten sich ins Wohnzimmer ans Fenster. Der Großvater sollte was Warmes anziehen und dann nahmen sie den 60-Jährigen mit. Wir haben ihn nie wiedergesehen“, berichtet Enkel Eberhard Frank, der Augenzeuge war – als Sechsjähriger. Die Eltern hatten den Jungen 1943 aus Berlin zu den Großeltern ins friedliche Vogtland geschickt, weil der Bombenkrieg in der deutschen Hauptstadt immer heftiger tobt.