In Gattendorf Wasser wird teurer

Uwe Faerber

Zwar bleibt der Preis für den Kubikmeter Wasser gleich, jedoch steigt die Grundgebühr. Das gefällt nicht jedem Besucher der Bürgersammlung in Gattendorf. Laut Bürgermeister ist der Schritt unausweichlich.

Die Gattendorfer sind angehalten, Wasser zu sparen. Foto: dpa/Annette Riedl

In Gattendorf und seinen Ortsteilen sowie Teilen der Stadt Hof steigen die Preise für Wasser und voraussichtlich auch für Abwasser. Das hat Gattendorfs Bürgermeister Stefan Müller (CSU) in der Bürgerversammlung der Gemeinde verkündet.

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Derzeit zahlen die 2500 Kunden 1,62 Euro pro Kubikmeter Wasser und 55 Euro Grundgebühr. „Ab 1. Januar 2023 steigt die Grundgebühr auf 92 Euro, der Preis pro Kubikmeter bleibt konstant. Das hat die Verbandsversammlung des Wasserzweckverbandes (WZV) der Gemeinde Gattendorf und der Stadt Hof einstimmig beschlossen.“ Noch kein Beschluss sei zum Abwasser gefallen, wo gegenwärtig 2,91 Euro pro Kubikmeter zu zahlen sind und 48 Euro Grundgebühr.

Zu den WZV-Mitgliedern zählen die Hofer Ortsteile Jägersruh, Leimitz und Haidt, die seinerzeit noch selbstständig waren und den WZV mit der Gemeinde Gattendorf gegründet hatten. Der WZV liefert im Jahr rund 225 000 Kubikmeter Wasser – 70 000 gehen nach Gattendorf, 75 000 an die Hofer Ortsteile und 80 000 werden an die Stadtwerke Hof (zu anderen Preisen) verkauft.

Laut Müller, er ist WZV-Geschäftsleiter, wurde die Preiserhöhung beim Wasser nötig wegen einer Unterdeckung von mehr als 146 000 Euro in der letzten dreijährigen Kalkulationsperiode. Die Verbandsräte hätten sich einstimmig für die Erhöhung der Grundgebühr ausgesprochen.

Das rief Kritik in der Bürgerversammlung hervor: So werde nicht zum Wassersparen animiert, hieß es. Müller hielt dagegen, dass die Grundgebühr nötig sei, um die Infrastruktur in Ordnung zu halten, also Wasserleitungen, Pumpen und dergleichen. „Manche verbrauchen nur einen Kubikmeter im Jahr – und benötigen dennoch das Leitungsnetz, um versorgt zu werden. Solche Kunden sollen beteiligt werden an den Kosten.“

Die Alternative wäre gewesen, den Kubikmeterpreis auf 1,83 Euro zu erhöhen und die Grundgebühr bei 55 Euro zu belassen. Aber die Verbandsversammlung habe anders entschieden, in der die Kommune von vier Gemeinderäten vertreten wird. Bürgermeister Stefan Müller ist als WZV-Geschäftsleiter nicht dabei. Verbandsvorsitzender ist seit 2000 Alfred Kaiser. „Bisher hat er das ausgezeichnet gemacht. Der parteilose ehemalige Gattendorfer Gemeinderat wird diese Funktion bis 2026 ausüben.

Müller wies darauf hin, dass die Erhöhung unausweichlich ist. „Der WZV darf keine Verluste machen – und keinen Gewinn. Es ist noch gar nicht so lange her, da hatten wir einen Haushaltsüberschuss und deshalb den Kubikmeterpreis gesenkt von 1,62 auf 1,45 Euro.“ Die Wasserversorgung muss kostendeckend sein.