In Hochfranken Die Wampe wächst

Auch im Fichtelgebirge steigt die Zahl der Übergewichtigen. Das ergibt eine Versicherten-Studie der AOK. Knapp 15 Prozent der Erwachsenen leiden demnach an Adipositas. Im Nachbarlandkreis Hof sind es sogar fast 23 Prozent.

Die große Problemzone Bauch: Immer mehr Hochfranken bringen zu viele Pfunde auf die Waage. Foto: Jochen Tack/ AOK

Es gibt immer mehr Dicke: Die Adipositas – das starke Übergewicht – sei in den vergangenen vier Jahren bei Erwachsenen bayernweit um rund vier Prozent, bei Kindern und Jugendlichen um 13,5 Prozent angestiegen. Das ergab eine Kunden-Auswertung der AOK, erklärt Wolfgang Hofmann, Direktor Hof-Wunsiedel. Der bayerischen Studie zufolge schleppten im Jahr 2021 knapp 14,2 Prozent der erwachsenen AOK-Versicherten sowie 4,8 Prozent der Kinder zu viele Pfunde mit sich herum.

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Über bayrischem Durchschnitt

Ähnlich sieht es Hofmann zufolge im Fichtelgebirge aus. 2021 stellten die behandelnden Ärzte im Landkreis Wunsiedel bei rund 14,8 Prozent der erwachsenen AOK-Versicherten die Diagnose Adipositas, bei Kindern und Jugendlichen waren es 3,5 Prozent. „Damit lag der Landkreis Wunsiedel bei den Erwachsenen leicht über und bei Kindern und Jugendlichen unter dem bayerischen Durchschnitt“, sagt Hofmann. Allerdings entwickelten sich die Adipositas-Zahlen negativ: Bei Erwachsenen gab es zwischen 2018 und 2021 ein Plus von 4,35 Prozent, bei den Kindern und Jugendlichen ein Plus von 5,73 Prozent.

Nord-Süd-Gefälle

„Bei der Adipositas zeigt sich in Bayern bei den Erwachsenen ein Nord-Süd-Gefälle, das wir von den Indikationen Diabetes mellitus Typ 2 und koronare Herzerkrankung kennen“, erklärt Hofmann. Am häufigsten seien Übergewichtige im Norden zu finden: Spitzenreiter sei der Studie zufolge die Stadt Hof mit 22,8 Prozent der versicherten Erwachsenen im Jahr 2021, gefolgt von den Landkreisen Hassberge (20,4 Prozent) und Landkreis Hof (20 Prozent).

Die Landkreise mit den schlankesten Erwachsenen lägen im Süden Bayerns: Dies seien Starnberg (8,6 Prozent Übergewichtige), Miesbach (10,3 Prozent) und Garmisch-Partenkirchen (10,5 Prozent). Bei Kindern sei das Gefälle deutlich geringer.

Prävention in Kindheit

30 Klassen an sieben Grundschulen im Landkreis Wunsiedel
beteiligen sich jeweils vier Jahre lang am Projekt „Klasse 2000“, das die AOK Bayern fördert. Deutschlandweit ist es das größte Präventionsprogramm an Grundschulen. Finanziert werden die praktische Umsetzung, die die Gesundheitsförderer übernehmen, sowie die Materialien. Mit KLARO als Symbolfigur lernen die Kinder wichtige Alltagskompetenzen aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, Entspannung, Konfliktlösung, Medienkonsum und Teamarbeit. Nachhaltig trainiert und unterstützt werden die Inhalte durch das KLARO-Labor als digitales Medium für Unterricht und Familie.Die Weichen für eine Adipositas  würden meist im frühen Kindesalter gestellt, weiß Wolfgang Hofmann, AOK-Direktor Hof-Wunsiedel. Daher engagiere sich die Krankenkasse mit dem „JolinchenKids Programm“ auch in Kindertagesstätten.