In Hof Schulkinder werden Zeugen eines Suizids

Schreckliches Geschehen im Hofer Peuntweg: Ein Mann springt aus dem Fenster, als dort gerade viele Kinder zur Schule laufen. Sie werden nun psychologisch betreut.

 Foto: dpa

Hof - Tragisches Geschehen am Freitagmorgen im Peuntweg in Hof: Ein Mann hat Suizid begangen, er sprang aus dem dritten Stock eines Wohnhauses - und offenbar haben zahlreiche Schulkinder den Vorfall und den anschließenden Einsatz von Rettungskräften mitbekommen. Der Peuntweg ist Hauptschulweg für die Erst- bis Viertklässler der Grundschule Krötenbruck. Die Schule verständigte per E-Mail die Eltern von dem Geschehen.

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Wie die Polizei auf Anfrage unserer Zeitung berichtete, hatte ein Autofahrer gegen 7.30 Uhr beim Vorbeifahren gesehen, dass ein Mann auf einem Fensterbrett saß. Er verständigte sofort die Polizei. Als die Rettungskräfte eintrafen, war es schon zu spät. Der Mann war tot.

Die Schulleitung verständigte im Laufe des Vormittags die Eltern in einer Rund-Mail: „Heute Morgen wurden viele Kinder Zeugen eines Suizids im Peuntweg.“ Der Vorfall habe sich zu einem Zeitpunkt ereignet, „als sich viele unserer Schulkinder auf dem Weg zu uns befanden. Zusammen mit den Klassenleitungen wurden die Kinder emotional aufgefangen, ihnen Gesprächs- und Verarbeitungsmöglichkeiten angeboten.“ Zudem habe die Schule umgehend ein Team von notfallpsychologisch ausgebildeten Schulpsychologen angefordert, „das uns in der Akutsituation bis auf Weiteres unterstützt“, wie es in dem Schreiben heißt. „Uns war wichtig, dass wir den Kinder in ihrem vertrauten schulischen Umfeld mit den Personen, die sie kennen, emotionale Stabilität bieten.“

Es sei möglich, dass die Kinder in den nächsten Tagen Reaktionen auf diesen Vorfall zeigen. Diese könnten sehr vielfältig sein, beispielsweise körperliche Unruhe, schlechter Schlaf, wiederkehrende Fragen auch zum Thema Tod und emotionale Schwankungen. „Hier können Sie Ihr Kind entlasten, indem Sie zuhören, zu Aktivitäten anregen und etwas Positives mit ihm zusammen unternehmen.“

Auf Anfrage wollte sich die Schulleitung nicht näher äußern. Im Moment sei es das Wichtigste, die Kinder zu unterstützen und zu schützen.

Anmerkung der Redaktion: Wegen der wissenschaftlich belegten Nachahmerquote nach Selbsttötungen haben wir uns entschieden, in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche zu berichten, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Dann gestalten wir die Berichterstattung bewusst zurückhaltend und verzichten, wo es möglich ist, auf Details. Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge www.telefonseelsorge.de . Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

Auch der Krisendienst Oberfranken ist für Ratsuchende rund um die Uhr erreichbar unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/6553000.