In Marktredwitz Bald wieder mehr Lebensmittel im Markt

Hier entsteht ein etwas anderer Laden für Waren des täglichen Bedarfs. Foto: Matthias Bäumler

Der Umzug des Kaufland-Marktes an die Stadtgrenze hinterlässt eine riesige Lücke in der Marktredwitzer Altstadt. Diese wollen die Verantwortlichen der Stadt schon bald schließen.

Vor allem für ältere Menschen ist der Auszug des Kaufland-Marktes Mitte November aus dem Kösseine-Einkaufszentrum an den Stadtrand von Marktredwitz ein schwerer Schlag gewesen. Wer nicht mobil ist, hat kaum noch eine Möglichkeit, die sogenannten Dinge des täglichen Bedarfs einzukaufen. Die Stadträte, Innenstadtkoordinatorin Theresa Grüner und Oberbürgermeister Oliver Weigel treibt diese Situation seit längerer Zeit um. Weigel kündigte daher bereits im Herbst in einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses an, dass die Stadt das Heft in die Hand nehme.

Neuer Laden schon im Frühjahr

Bei der Absicht allein ist es nicht geblieben. Noch im Frühjahr eröffnet im Markt ein Laden, der die „Dinge des täglichen Bedarfs“ im Angebot haben wird. Dass die Stadt die Initiative ergriffen hat, ist laut Pressesprecherin Claudia Hiergeist kein Geheimnis. Die endgültige Betriebsform stehe allerdings noch nicht fest. Derzeit werde der Laden umgebaut. „Es gibt bereits einige, auch internationale, Einkaufsmöglichkeiten in der Kernstadt und erfreulicherweise konnte mit der Eröffnung der Metzgerei Sandner die Auswahl erweitert werden. Wir setzen uns darüber hinaus aber für ein zusätzliches Angebot ein. Das ist auch hinsichtlich der neu entstehenden Wohnquartiere im Stadtpark, im Winkel und auf dem Benker Areal wichtig“, so Claudia Hiergeist auf Nachfrage unserer Zeitung. Genaueres könne sie noch nicht sagen. Auch der konkrete Eröffnungstermin stehe noch nicht fest.

Schwierige Ansiedlung

Stellt sich die Frage, warum es im Marktredwitzer Markt so schwierig ist, Händler für Lebensmittel und den sonstigen täglichen Bedarf anzusiedeln. „Knackpunkte dürften die Themen Anlieferung, Kunden-Parkplätze und Größe der Geschäftsflächen sein. Beim geplanten Geschäft im Markt ging die Stadt Marktredwitz deshalb bewusst mit kleineren Anbietern ins Gespräch“, so die Sprecherin. Offenbar trauen sich derzeit mit Ausnahme besagten Metzgers vor allem Migranten zu, in der Innenstadt Lebensmittel anzubieten. Aktuell gibt es drei arabische Märkte, einen am Markt, einen in der Ottostraße und einen in der Bahnhofstraße. In der Martin-Luther-Straße bietet der Altai-Markt darüber hinaus vorwiegend osteuropäische Spezialitäten an. Hinzu kommen mit Obst Kern und dem Dritte-Welt-Laden zwei Geschäfte mit einem ebenfalls speziellen Angebot und etwas entfernt die Dürnberg-Bäckerei in der Dürnbergstraße sowie die Bäckereien Gollner und Thiermann in Dörflas.

Auf die generelle Situation des Marktes angesprochen, antwortet Claudia Hiergeist schriftlich wie folgt: „Das steht und fällt mit der Nutzung durch die Bevölkerung – Thema Angebot und Nachfrage. Innenstadtkoordination und Wirtschaftsförderung sind unermüdlich im Einsatz, um Leerstände mit Leben zu erfüllen – auch wurden Sanierungsprogramme aufgelegt. Die Stadt Marktredwitz erarbeitet außerdem gemeinsam mit dem Stadtmarketingverein Maknetisch laufend neue Ideen, Konzepte und Veranstaltungen, um die Stadt zu beleben und immer wieder neue Zielgruppen anzuziehen. Beispielhaft nenne ich die Aktion ,MAKschmückt’ mit den kleinen Weihnachtsbäumchen im ganzen Markt, die Lange Nacht oder auch der neu etablierte Herbstmarkt.“

Aufkleber sorgen für Aufmerksamkeit

Zumindest sorgen die Aufkleber auf den Schaufenstern des neuen Ladens für Aufmerksamkeit. Immer wieder spekulieren Passanten, was hier wohl für ein Geschäft eröffnet. Auf Waren des täglichen Bedarfs, was auch immer man darunter verstehen mag, kommen wohl die wenigsten. Ein typischer Laden mit Waren des täglichen Bedarfs ist zum Beispiel der Lodl in Lorenzreuth, der vor allem auf regionale Lebensmittel setzt.

Auch wenn der neue Laden eröffnet, bleibt die sogenannte Aufenthaltsqualität am Markt ein Dauerthema. Dies ist den Verantwortlichen im Stadtrat und der Verwaltung bewusst. Claudia Hiergeist: „Grundsätzlich haben wir im Markt eine gute Aufenthaltsqualität – natürlich vor allem in den Sommermonaten mit der immer sehr gut besuchten Außengastronomie. Es ist angedacht, in den nächsten Jahren den Markt nicht nur zu sanieren, sondern auch städtebaulich neue Akzente zu setzen. Unter dem Motto ‚MARKT.RED.MIT! – mitdenken – mitreden – mitgestalten’ fand im Juli 2022 in der Stadthalle eine Veranstaltung statt, bei der die Bürger Wünsche und Ideen einbringen konnten. Außerdem gab es bereits Gespräche mit Anwohnern, Eigentümern und Geschäftsleuten. Auch die Anregungen, die schriftlich bei der Stadt Marktredwitz eingingen, fließen in das weitere Verfahren ein.“ Wer weiß, vielleicht locken all die Verschönerungen und das neue Angebot mit Waren des täglichen Bedarfs noch mehr Menschen in die sprichwörtliche gute Stube.

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