In Marktredwitz Zahl der Straftaten geht zurück

Durch die Pandemie kam es 2021 zu weniger Straftaten. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Um fast 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl im Jahr 2021. Die Corona-Pandemie spielt dabei jedoch eine entscheidende Rolle.

Genau 20 Prozent. Um diesen Anteil ging die Zahl der Straftaten zurück, die im Jahr 2021 im Einzugsbereich der Polizeiinspektion (PI) Marktredwitz im Vergleich zum Vorjahr begangen wurden. 18,9 Prozent lautet der Wert in der Stadt Marktredwitz – 209 Straftaten sind es dort weniger als noch 2020. Die 899 Straftaten, die die Polizei 2021 in Marktredwitz insgesamt registrierte, machen einen Anteil von über 36 Prozent im Gesamtgebiet der PI Marktredwitz aus.

Die Rolle der Pandemie

Diesen Überblick über die Kriminalitätslage in der Region gab Roland Ast, Leiter der Polizei Marktredwitz, den Marktredwitzer Stadträten bei deren vergangener Sitzung. Der deutliche Rückgang sei durchaus positiv zu bewerten, er habe aber auch gute Gründe: „Die Corona-Pandemie hat eine große Rolle gespielt. Es gab keine großen Feste, dafür Ausgangssperren und so weiter. Die Folge ist eben, dass weniger Straftaten passieren.“

Auch die Aufklärungsquote ist weiterhin auf einem sehr hohen Niveau und liegt bei der PI Marktredwitz bei 76,8 Prozent. Traditionsgemäß liege Oberfranken an der Spitze von Bayern, was die Aufklärungsquote von Straftaten angeht, wie Roland Ast den Stadträten erklärte: „Grund dafür sind vor allem die Fahnder der Grenzpolizei in Selb, die jedes Jahr viele Fälle an der Grenze aufdecken. Aber auch bei der Polizeiinspektion Marktredwitz legen wir uns selbstverständlich ins Zeug.“ Ein besonderes Lob sprach Ast dabei seinem vergleichsweise sehr jungen Team aus, das stets mit vollem Einsatz bei der Sache sei.

Diebstähle gingen stark zurück

„Extrem gute Werte“ stellte Ast bei der Verteilung des Delikte fest. So ist beispielsweise die Quote an Diebstählen im Jahr 2021 – egal in welchem Ausmaß – insgesamt um fast 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Selbst der Anstieg bei den sogenannten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, also Sexualdelikte, um 20 Prozent sei sehr wenig: „Es gab in diesem Bereich eine verschärfende Gesetzesänderung, weshalb mehr Taten als Verbrechen eingestuft werden.“

Mit welchem Wert Roland Ast allerdings nicht zufrieden sei, ist der bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten. 2021 verzeichnete die PI hier 166 Fälle in der Stadt Marktredwitz – ein Anstieg um über 20 Prozent im Vergleich zu 2020. „Hauptsächlich kommt der Anstieg von Betrugsversuchen im Internet, also über Verkaufsplattformen, über Whats-App und ähnliche Dienste. Zum Glück haben wir aber nur wenige Geschädigte, meist blieb es beim versuchten Betrug“, sagte Ast. Man sei bayernweit dran, die Situation, was die Internet-Betrugsversuche angeht, zu verbessern.

Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz von 18 im Jahr 2020 auf 33 im Jahr 2021 – ein Anstieg von über 80 Prozent.

Erfreulich ist laut Roland Ast aber der Rückgang beim Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte: Neun Fälle gab es 2021 in Marktredwitz, im Vorjahr waren es 15. „Das ist dennoch sehr unschön. Wir hatten zum Teil auch Fälle, in denen Rettungskräfte oder Helfer des THW verbal angegangen wurden“, kommentierte der PI-Leiter.

Weniger Wohnungseinbrüche

Drei Wohnungseinbrüche hat es im Jahr 2021 in Marktredwitz gegeben, 2020 waren es noch sieben. Der Sach- und Entwendungsschaden, der bei den drei Fällen zusammenkam, beläuft sich zwar „nur“ auf 250 Euro, dennoch betonte Roland Ast, dass die drei Fälle immer noch drei zu viel seien: „Ein Einbruch in die eigene Wohnung ist noch einmal etwas ganz anderes als in den Garten oder die Garage. So etwas kann die ganze Lebensführung von Betroffenen verändern.“ Zumindest habe die Zahl über die vergangenen Jahr stark nachgelassen: „Vor zehn Jahren war das noch ein Riesenproblem.“

Zu 530 Verkehrsunfällen, davon 190 schwer, kam es 2021 im Stadtgebiet Marktredwitz. 47 Mal wurden dabei Personen verletzt, acht davon schwer, ein Mensch kam bei einem Unfall ums Leben.

Die gesunkene Gesamtzahl an Straftaten ist zwar eine gute Nachricht, Roland Ast warnt aber auch: „Der niedrige Wert kommt vor allem durch die Pandemie. Die Zahl wird mit Sicherheit wieder steigen.“

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