In Selb Egertaler mit neuer Führungsspitze

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Christian Pich und Georg Amon übernehmen ab Januar die Geschäftsführung der Selber Traditionskapelle. Außerdem steht das 50. Jubiläum im kommenden Jahr an.

Das Jahr 2023 beschert der Egertaler Blaskapelle Selb nicht nur einen runden Geburtstag, nämlich den 50., sondern auch eine neue Geschäftsführung: Da der langjährige Geschäftsführer Gerhard Wolf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für das Amt zur Verfügung steht, übernehmen zwei altbekannte Mitglieder die Geschäftsführung der Selber Traditionskapelle. Georg Amon und Christian Pich leiten ab Januar die Geschicke der in Selb und der ganzen Region enorm beliebten Egertaler.

Dabei sehen sich die beiden laut einer Mitteilung nicht als die großen Chefs, sondern vielmehr als Teamleader und wollen die aktiven Mitglieder in alle Belange mit einbinden. Neben einer großen Jubiläumsveranstaltung auf dem Goldberg, deren Termin aber noch nicht genau feststeht, planen Amon und Pich auch die Akquise neuer Veranstaltungen, sowohl in der Region als auch überregional, heißt es in der Mitteilung weiter. Selbstverständlich werde auch die Zusammenarbeit mit den Stammkunden in gewohnter partnerschaftlicher Art und Weise fortgeführt.

Ein Stück Selber Kultur

„Es ist uns bewusst, dass wir mit der Führung der Egertaler eine große Verantwortung übernehmen“, sagt Georg Amon. „Aber dank der jahrelangen guten Arbeit von Gerhard Wolf freue ich mich, die Herausforderung zusammen mit Christian Pich anzunehmen.“ Und Christian Pich ergänzt: „Unser Ziel war und ist es von Anfang an, ein Stück Selber Kultur zu erhalten und uns frisch und modern für die Zukunft aufzustellen. Die Egertaler verstanden sich schon immer als ein musikalischer Botschafter der Stadt Selb; und das wollen wir auch in Zukunft bleiben.“ In diesem Zusammenhang bedanken sich die neuen Geschäftsführer und die gesamte Kapelle bei Gerhard und Karin Wolf für die langjährige Arbeit.

Fünf Jahrzehnte Egertaler Blaskapelle und Big Band stehen auch für 50 Jahre Engagement und 50 Jahre Erfolg. Geboren wurde die Idee, ein neues Blasorchester aufzubauen, im Jahr 1972 von den restlichen Musikern des Selber Tanz- und Blasorchesters, der früheren Kapelle Reichel, im damaligen Probelokal „Goldener Stern“. Und nachdem sich dann die Kapelle Arno Hirsch aufgelöst hatte, stießen weitere Bläser dazu und formierten sich 1973 zur „Egertaler Blaskapelle“ mit Dieter Sommerer als musikalischem Leiter und Willi Schmidling als Geschäftsführer. Ihren ersten Auftritt hatte das Ensemble beim Sommerfest der Bundeswehr in Wunsiedel Anfang Juni 1973. Engagements bei zahlreichen regionalen Vereins- und Volksfesten, wie etwa in Hohenberg, Thierstein, Arzberg, Sparneck, Höchstädt, Marktleuthen, Wunsiedel, Hof und selbstverständlich auch beim Selber Heimat- und Wiesenfest folgten.

Viele große Auftritte

Höhepunkt dieser Anfangsjahre war die Teilnahme an der Eröffnung der „Grünen Woche“ in Berlin 1978 als einziger musikalischer Repräsentant Bayerns mit Liveauftritten in der Deutschlandhalle. 1980 übernahm Helmut Häusser die Geschäftsführung und im Jahr darauf Rudi Friedrich die musikalische Leitung.

Bei ihren Auftritten begegnete den Egertalern auch viel politische Prominenz wie etwa Franz Josef Strauß, Norbert Blüm, Annemarie Renger, Renate Schmidt, Theo Waigel und Gerhard Schröder.

Es folgte die Eröffnungsveranstaltung zur Veranstaltungsreihe ‚Begegnung mit den Niederlanden’ in Selb. Im Grenzlandtheater fand 1984 das erste Osterkonzert der Egertaler Blaskapelle statt. Seit dieser Zeit wurde dieses Konzert zur jährlichen Tradition. Auch das Jahr 1985 brachte eine Neuerung: nämlich das erste Bürgerfest in Selb, das die Egertaler bis heute bespielen.

Acht Aufnahmen

Die erste Platte produzierte die Kapelle 1987: „Die Egertaler kommen.“ Sieben weitere sollten folgen. Der Titel entsprach den Tatsachen: Jetzt begann die Erfolgskurve steil zu werden. Auch optisch gab es Neues: 1988 schafften sich die Egertaler das trachtenähnliche Outfit an, in dem sie bis heute auftreten.

1989 wurde die Kapelle dann international – nämlich mit einer Verpflichtung in den USA. Zunächst spielte das Orchester in Tulsa/Oklahoma beim Oktoberfest und reiste dann etwa 2000 Kilometer durch Oklahoma und Texas mit Stationen in Oklahoma-City, Dallas, Austin, San Antonio, Houston und Galveston.

Konzert in Prag

1992 wurden die Egertaler bereits zu großen Veranstaltungen von Straubing über Sulzbach-Rosenberg, Hersbruck bis nach Würzburg verpflichtet. Höhepunkte dieses Jahres waren zwei Einladungen des BR nach Nürnberg zum Studiofest mit Fernseh- und Hörfunk-Live-Aufnahmen und zum Altstadtfest. Ein weiterer Höhepunkt war 1993 eine Verpflichtung an die deutsche Botschaft in Prag, wo die Selber, in Gegenwart der tschechischen Staatsführung und 1500 Gästen aus allen gesellschaftlichen Sparten des In- und Auslandes, den Landkreis Wunsiedel musikalisch repräsentierten.

Seit dieser Zeit gibt es eigentlich kein Fest in der näheren oder weiteren Region, bei dem die Egertaler nicht mit dabei sind. Egal ob als Blaskapelle oder in der 2010 Big-Band-Formation: Die Musikerinnen und Musiker aus der Porzellanstadt bringen Festzelte zum Kochen, begleiten Firmenjubiläen und Festveranstaltungen, sind aber zugleich fest in ihrer Heimat verwurzelt, etwa mit ihrem Osterkonzert oder anderen Auftritten im Rosenthal-Theater. In den fünf Jahrzehnten ihres Bestehens sind die Egertaler selbst zu einer Selber Tradition geworden.

Die aktuelle Stammbesetzung

Die Egertaler sind
Georg Amon (Schlagzeug, Geschäftsführung), Christian Pich (Trompete, Flügelhorn, Geschäftsführung, Presse), Norbert Korndörfer (Trompete, Flügelhorn), Rüdiger Sehling (Trompete, Flügelhorn), Reiner Fischer (Trompete, Flügelhorn, Probenleitung), Jaromir Hrbek (Trompete), Carsten Wölfel (Klarinette, Saxofon), Viola Freitag (Klarinette, Saxofon), Milan Jelinek (Tenorhorn, Posaune), Benedikt Wenisch (Tenorhorn, Posaune), Karlheinz Dachs (Tenorhorn, Posaune), Gerald Bühring (Tuba, Ebaß, Technik), Harald Kießling (Tenorhorn, Gesang), Teresa Bühring (Tenorhorn, Keyboard), Edda Geiger (Gesang).

 

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