In Selb Ein Becken für den groben Dreck

Rund 280 000 Euro kostet das Absetzbecken, das im Auftrag des Staatlichen Bauamtes gerade bei Selb-Nord entsteht. Foto: /Andreas Godawa

Dem Gewässerschutz dient die Anlage, die das Staatliche Bauamt Bayreuth bei Selb-Nord bauen lässt. Im Januar sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.

Nein, was am Kreisverkehr neben der Autobahnausfahrt Selb-Nord entsteht, ist weder eine überdimensionierte Fischhälterung noch ein neues Freibad. Vielmehr lässt das Staatliche Bauamt Bayreuth auf der Fläche zwischen der Hofer Straße, der Zufahrt zur A 93 und dem Wohngebiet Kappel von der Weischlitzer Tiefbau und Umweltschutz GmbH ein Absetzbecken bauen. Die Anlage trägt zur Gewässersicherheit bei und daneben auch den verschärften gesetzlichen Auflagen Rechnung.

Begonnen haben die Arbeiten Anfang November, und eigentlich sollte das Becken bereits Mitte Dezember fertig sein. „Da hat uns allerdings das Wetter, besser gesagt die Kälte, einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt Philip Wagner, als Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt zuständig für den Landkreis Wunsiedel und die Straßenmeisterei. Aufgrund der niedrigen Temperaturen in den vergangenen Wochen habe man nicht mit den Betonarbeiten beginnen können. „Das hat natürlich den Zeitplan etwas nach hinten verschoben“, sagt Wagner. Und natürlich ruhen zurzeit zwischen den Feiertagen die Arbeiten. Dennoch geht Wagner davon aus, dass das Absetzbecken im Januar fertiggestellt werden kann – wiewohl man in dieser Jahreszeit immer von der Witterung abhängig sei. Die Betonarbeiten seien inzwischen jedenfalls abgeschlossen.

Wozu das Becken dient

Auch wozu ein solches Absetzbecken dient, kann Philip Wagner erklären. Grundsätzlich läuft das Regenwasser von den asphaltierten Flächen rundherum in das Becken. Und wie der Name schon sagt, bleibt das Wasser dort eine bestimmte Zeit stehen, damit sich die Verunreinigungen und Schwebstoffe absetzen können. Denn mit dem Regen fließt alles ab, was sich auf den Fahrbahnen befindet: Reifen- und Bremsenabrieb, Staub, Schmutz und auch der feine Split.

In dem Becken setzt sich das alles am Grund ab. Wie lange das Wasser genau in dem Becken bleibt, ist laut Wagner genau berechnet. Das hänge von der Größe des Beckens, der Niederschlagsmenge und vielen weiteren Faktoren ab.

Zudem seien die Richtlinien bei der qualitativen Behandlung von Niederschlagswasser verschärft worden. Außerdem gebe es ja gerade an der Ausfahrt Selb-Nord mit den beiden Kreisverkehren eine relativ große asphaltierte Fläche. Auch dies seien Argumente für den Neubau gewesen. Nach der festgelegten Zeitspanne wird das Regenwasser, nun von den groben Schwebstoffen befreit, über den Kanal oder den Vorfluter wieder in den Wasserkreislauf geführt.

Und noch eine weitere Funktion erfüllt das Absetzbecken. Bei einem Unfall ausgelaufener Treibstoff oder ausgelaufenes Öl würde im Absenkbecken auf dem Regenwasser schwimmen und könnte dann besser beseitigt werden.

Die Gesamtkosten für den Bau des Beckens liegen nach Angaben des Staatlichen Bauamtes bei rund 280 000 Euro.

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