In Selb Saubere Luft für Grund- und Mittelschüler

Gruppenbild mit Lüftern (von links): : Die Schulleiter Matthias Nürnberger (Bogner-Grundschule und Grundschule Erkersreuth) und Carsten Kunstmann (Bogner-Mittelschule), Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, Christa Liebner, Leiterin der Luitpoldschule, Sindy Böttger von der Stadtverwaltung und Hausmeister Uwe Schacht freuen sich über die neuen Luftreinigungsgeräte. Foto: /Florian Miedl

Die Stadt Selb schafft 119 Luftreinigungsgeräte für die Klassenzimmer an. Die Kosten belaufen sich für die vier Schulen auf insgesamt 167 000 Euro.

Selb - Erfreut und erleichtert sind am Donnerstagmittag alle: die Schulleiterin und die Schulleiter, weil sie für ihre Klassenzimmer die ersehnten Luftreinigungsgeräte bekommen haben, Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, weil die 119 Apparate wesentlich weniger gekostet haben als ursprünglich befürchtet, und Hausmeister Uwe Schacht von der Luitpoldschule, weil die Geräte wesentlich kleiner und leichter sind – bei gleicher Leistung.

Die Stadt Selb hat nach einem Beschluss des Stadtrates im September 119 Luftreinigungsgeräte für die Bogner-Grund- und Mittelschule, die Luitpold-Grundschule und die Grundschule Erkersreuth zum Preis von 167 000 angeschafft, die jetzt geliefert worden sind. Bei der Beratung im vergangenen Jahr hatte noch eine Summe von bis zu 420 000 Euro im Raum gestanden.

Klein und flexibel

„Diese Größe habe ich mir vorgestellt“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, als er im Zimmer der 1e der Luitpoldschule den Apparat „Deus GT1100“ sah. Das Gerät ist knapp 80 Zentimeter hoch, 37 Zentimeter breit, 40 Zentimeter tief, wiegt 16 Kilogramm, hat Rollen und kann deswegen flexibel eingesetzt werden. Zum Vergleich: Die ersten acht Geräte, die in den Selber Schulen getestet wurden (und auch dort bleiben), sind fast drei Meter hoch, wiegen 230 Kilogramm und sind stationär eingebaut – ein Fluch für alle Lehrer, Schüler und Hausmeister.

„Wir haben uns lange unterhalten und getestet, um die richtigen Geräte zu finden, die wichtig sind für die Kinder, die Schulen und die Stadt“, sagte Pötzsch. Ziel sei es immer gewesen, dass die Mädchen und Jungen in den Schulen unterrichtet werden können und nicht auf Homeschooling angewiesen sind. Deswegen sei sich der Stadtrat auch einig gewesen, alle Klassen- und Funktionszimmer der Schulen, für die die Stadt Sachaufwandsträger ist, mit einer guten und funktionalen Technik auszustatten. „Wir tun alles, um auch in Corona-Zeiten den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten.“ Es sei wichtig, dass Kinder gemeinsam in der Schule lernen. Deswegen müsse man dort für ein Maximum an Sicherheit sorgen.

Viele Besprechungen

Wie Pötzsch sagte, habe es bereits ein Jahr zuvor Besprechungen zwischen den Schulleitungen und der Verwaltung gegeben. Einig sei man sich dabei gewesen, zunächst die Entwicklung der Pandemie und den Fortschritt der Technik abzuwarten. Getestet wurden Geräte in der Luitpold- und der Bogner-Schule – „und heute sehen wir die im wahrsten Sinn des Wortes riesigen Unterschiede“. Die nun angeschafften Geräte seien günstiger in der Anschaffung, zudem mobil und deswegen flexibel einsetzbar. Auch könne man falls nötig weitere Luftreiniger nachbestellen. Bei der Anschaffung habe man auch berücksichtigt, dass die Luftreiniger zu dem Volumen der Räume passen.

Die Kosten für die Luftreiniger werden über ein Landesprogramm mit bis zu 50 Prozent gefördert. Wie Pötzsch sagte, sei der Antrag schon gestellt. Er bedankte sich bei Sindy Böttger vom Ressort Schule und Sport, die sich um die Bestellung der Geräte gekümmert hat. „Die Apparate zu bekommen, war in Zeiten von Corona nicht leicht.“

Gut investiert

Die 167 000 Euro seien gut investiertes Geld, um die insgesamt 64 Räume auszustatten. Pötzsch dankte auch den Schulleitern Christa Liebner (Luitpoldschule), Matthias Nürnberger (Bogner- Grundschule und Grundschule Erkersreuth) sowie Carsten Kunstmann (Bogner-Mittelschule) für die „wunderbare Zusammenarbeit“, die immer ehrlich, fair und sachlich gewesen sei. „Wir ziehen an einem Strang – für die Kinder und den Schulstandort.“ Das bestätigte auch Christa Liebner: „Die Geräte kommen zum richtigen Zeitpunkt.“ Angesichts der steigenden Corona-Zahlen sei man froh über die nun kleineren Geräte, mit denen man besser durch den Winter komme. Ihr Kollege Matthias Nürnberger wies darauf hin, dass die Geräte die grundlegenden Vorgaben einhalten – auch beim Geräuschpegel. „Sie sind hörbar, aber nicht unangenehm und nicht störend.“ Ein Beamer sei lauter.

Leise und einfach

Auch Carsten Kunstmann zeigte sich erfreut über den niedrigen Lärmpegel und die einfache Bedienbarkeit der Geräte. Auch sei die Wartung und Pflege relativ einfach. Dazu sagte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, dass man im Betrieb nun Erfahrungen sammeln wolle, ob die Wartung von den technischen Hausmeistern geleistet werden könne oder ob eventuell noch ein Wartungsvertrag abgeschlossen werden müsse. Alle drei Schulleiter bedankten sich – auch im Namen der Schüler und Eltern – für die Anschaffung der Luftreinigungsgeräte und sprachen ihrerseits von einer hervorragenden Zusammenarbeit mit der Stadt und der Stadtverwaltung. Das sei nicht in allen bayerischen Städten so. „Bei uns läuft es in allen Bereichen sehr gut. Und das kommt den Schülern und den Lehrern zugute“, sagte Kunstmann.

Die Luftreiniger
Die Luftreiniger müssen einige Anforderungen erfüllen, um gefördert zu werden. So darf der Lärmpegel nicht über 40 Dezibel liegen. Pro Stunde müssen die Geräte mindestens das Fünffache der gesamten Raumluft reinigen. Die jetzt angeschafften Geräte „Deus Air Med Purifier GT 1100“ haben im Normalbetrieb einen Lärmpegel von 34,1 Dezibel. Der nötige Luftdurchsatz wird in großen Klassenzimmern durch den Einsatz von zwei Geräten erreicht. Basierend auf den Angaben der Schulleitungen bekommt die Bogner-Grundschule 23 Luftreiniger für 14 Räume, die Bogner-Mittelschule 48 Geräte für 25 Räume, die Luitpoldschule 33 Apparate für 16 Räume und die Grundschule Erkersreuth 15 Luftreiniger für neun Räume.

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