In Wunsiedel Anrufbus löst langjährigen Bürgerbus ab

Bürgermeister Nicolas Lahovnik und die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, Heike Syma, verabschieden Fahrer Heinz Lang (von rechts) zur letzten Fahrt des Bürgerbusses Wunsiedel im bisherigen System. Foto:  

Das lokale Verkehrsmittel ist besonders bei älteren Mitbürgern beliebt und gefragt. Mit dem neuen Angebot erweitern sich die Fahrzeiten und die Zahl der Zielorte.

Wunsiedel - Fast 14 Jahre lang war der Bürgerbus für viele Wunsiedler ein vertrautes lokales Verkehrsmittel. Insbesondere ältere Menschen nutzten ihn gerne, holte er sie doch praktisch von zu Hause ab und fuhr sie zum Arzt,zur Apotheke oder auch zum Einkaufen. Am Freitag machte der rote Bus, wie die Stadt Wunsiedel mitteilt, seine letzten Touren in diesem besondere Verkehrssystem. Künftig übernimmt diese Strecken der Anrufbus des Landkreises.

Heike Syma, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses, erinnert sich an die Anfänge: „Gertraud Sturm als Leiterin des damaligen Runden Tisches für Senioren und Menschen mit Behinderung war die Initiatorin. Ohne sie wäre der Bürgerbus nicht entstanden.“ Die Organisation des Busses, der Fahrer und der Touren habe dann das Mehrgenerationenhaus übernommen.

Abschiedsfahrt

Auf dem Marktplatz richtete Bürgermeister Nicolas Lahovnik nun eine kleine Feier aus. Er bedankte sich bei Heike Syma für die langjährige Organisation und stellvertretend für die ehrenamtlichen Fahrer bei Heinz Lang, der die Abschiedsfahrt machte. „Das Angebot des Bürgerbusses ermöglichte in entscheidendem Maße die Teilhabe älterer Menschen am sozialen und gesellschaftlichen Leben in unserer Stadt“, betonte Lahovnik. „Damit haben wir für Mobilität gesorgt, wo sonst keine gewesen wäre.“

Zuletzt waren sieben Fahrer unterwegs: Gerhard Fischer und Harald Otte, die beide von Beginn an dabei sind, sowie Heinz Lang, Ingrid Prechtl, Sina Wagner, Thomas Schöffel und Max Bayer. Die insgesamt 40 Fahrer leisteten seit Beginn rund 30 000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Darunter waren nicht nur Linienfahrten, sondern auch viele Sonderfahrten zu Veranstaltungen, für die Kindergärten und Schulen, für Senioren- und Wandergruppen, für den Behindertenklub und für das Mehrgenerationenhaus selbst. Erika Bayer, deren Ehemann Max Bayer den Bürgerbus fuhr, kümmerte sich viele Jahre lang um die monatlichen Einsatzpläne der Fahrer, organisierte Vertretungen und plante Sonderfahrten. „Wenn es nach den Pandemiebeschränkungen wieder möglich ist, werden wir die Ehrenamtlichen zum Dank einladen“, versprach der Bürgermeister.

Anmeldung per Telefon

Jetzt endet das Engagement der Stadt, des Mehrgenerationenhauses und der Ehrenamtler für die regelmäßigen Fahrten. Ab 1. März verkehrt der Anrufbus des Landkreises auf der Linie 7 zwischen Bad Alexandersbad, Wunsiedel, dem Bahnhof Holenbrunn und Thiersheim. Auf telefonischen Wunsch kann er auf der Strecke viele Haltestellen anfahren, sowohl in den genannten Orten als auch in vielen kleineren Gemeinden. Das Mobilitätsangebot ist bedarfsgerecht angelegt und fährt nur, wenn es gebraucht wird. Die Anmeldung erfolgt mindestens eine Stunde vor Fahrtbeginn über die Telefonnummer 09232/80700. „Mit diesem neuen Angebot werden auch die Abendstunden und das Wochenende abgedeckt“, freut sich Heike Syma. „Außerdem hat es eine kurze Taktung, mehr Linien und mehr Haltestellen. Es trägt somit zur Verbesserung der Mobilität für die gesamte Bevölkerung bei.“

„Der Bürgerbus wird aber weiter im Einsatz sein“, sagten Nicolas Lahovnik und Heike Syma. „Für die Sonderfahrten steht er weiter zur Verfügung, auch einige Fahrer haben schon ihre Bereitschaft zugesagt.“ Der Bürgerbus war nicht nur ein passgenaues Verkehrsmittel, er wurde auch als Wohlfühlort angesehen. Das galt wohl nicht nur für viele regelmäßige Nutzer, sondern auch für die Fahrer.

 

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