In Wunsiedel Interimsquartier löst Hortproblem

Bürgermeister Nicolas Lahovnik, Stadtbaumeister Klaus Brunner, Bernd und Inge Birke, Foto: Christian Schilling

Die Horte der Kindertagesstätten „Sternenzelt“ und „Maxi-Kita“ bilden seit September eine Einrichtung. Untergebracht sind die Schüler in zwei Häusern mit einem gemeinsamen Garten.

Es ist eine Übergangsregelung, die alle beteiligten Parteien zufriedenstellt – zumindest bis der Anbau an die Kindertagesstätte „Sternenzelt“ fertig ist: Die Stadt Wunsiedel spart Geld für Container, der Diakonieverein Wunsiedel als Träger beider Kitas weiß seine Hortkinder sicher untergebracht und die Mitglieder des Lions Clubs Marktredwitz-Fichtelgebirge beweisen mit dem vorübergehenden Verzicht auf die Räume in der Scheunenstraße wieder einmal ihr soziales Engagement.

Beispielhafte Interimslösung

„Es ist eine Interimslösung, die ihresgleichen sucht“, betonte auch Bürgermeister Nicolas Lahovnik bei einer kleinen Einweihungsfeier. Seit September 2013 habe die Kita „Sternenzelt“ mit einer Container-Lösung leben müssen. Die Stadt habe das WUN Immobilien KU um Vorständin Angela Schwarz mit der Planung und Baudurchführung eines Erweiterungsbaus an die jetzige Kita beauftragt.

Seit Beginn des Schuljahres bildeten nun die Horte von „Sternenzelt“ und „Maxi-Kita“ eine Einheit mit einem gemeinsamen Garten und zwei Häusern in der Ludwigstraße und in der Scheunenstraße. Der Dank des Bürgermeisters galt hier vor allem dem neuen Hausbesitzer-Ehepaar Inge und Bernd Birke. Sie hätten das Gebäude ursprünglich dem Lions Club als Lager und zur Ausrichtung des Flohmarkts zur Verfügung gestellt. Der Club verzichte nun zugunsten des Hortes auf eine Nutzung. „Ich bin stolz, dass alles so schnell gegangen ist“, zog Bernd Birke eine positive Bilanz.

Kurze Amtswege

Ein großer Vorteil bei der schnellen Umsetzung seien die kurzen Amtswege in Wunsiedel gewesen. So habe man es innerhalb weniger Wochen geschafft, mithilfe von Stadtbaumeister Klaus Brunner die Räume herzurichten. „Das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit“, sagte der Rathauschef angesichts der Probleme bei der Verpflichtung von Baufirmen. Hilfestellung bei Problemlösungen habe auch der Diakonieverein mit Dekan Peter Bauer an der Spitze geleistet. Das Vorhaben sei ein Musterbeispiel für Partnerschaft. So hätten zum Teil auch Zäune in den Außenanlagen entfernt werden können. Dadurch hätten die Schulkinder beider Horte die Möglichkeit, sich draußen auszutoben.

Dekan Bauer segnete schließlich die Räume. In Anlehnung an ein viel zitiertes Sprichwort aus Afrika sagte Bauer: „Es braucht eine ganze Stadt, um Kinder zu erziehen.“ Dies sei in Wunsiedel der Fall. „Lasset die Kinder zu mir kommen“, zitierte der Dekan aus dem zehnten Kapitel des Evangeliums nach Markus und erklärte, dass Kinder früher nicht als vollwertige Menschen anerkannt worden seien. Auch habe es sich zum Glück gewandelt, dass Kindergärten als reine Bewahranstalten gehandelt worden seien. Vielmehr würden jetzt die Kinder von kompetenten Mitarbeiterinnen auf die Zukunft und die Stellung in der Gesellschaft vorbereitet. Und das in großen, tollen und hellen Räumen, wie der Dekan bei der Besichtigung feststellte.

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