Signal an Trump
Als äußerst relevant wird das Abkommen zudem auch angesehen, weil die Handelsbeziehungen zu den USA wegen der Zollpolitik von US-Präsident Trump zuletzt unberechenbar geworden sind. Betroffen davon ist neben der EU auch Indien. Auf Importe aus Indien erheben die USA inzwischen Zölle in Höhe von 50 Prozent, einschließlich der 25 Prozent wegen Handelsgeschäften des Landes mit Russland.
Von der Leyen sagte bereits in der vergangenen Woche: "Wir entscheiden uns für fairen Handel statt für Zölle. Für Partnerschaft statt Isolation." Die EU wolle Nachhaltigkeit statt Ausbeutung und meine es ernst mit der Risikominderung und der Diversifizierung von Lieferketten.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuletzt Mitte Januar stark für den Abschluss der Verhandlungen geworben. Mehr als 2.000 deutsche Unternehmen seien heute schon in Indien aktiv, und immer mehr indische Unternehmen investierten auch in Deutschland, sagte er bei einem Treffen mit Modi.
Unterzeichnung des Abkommens steht noch aus
Wann das Abkommen unterzeichnet wird, ist derzeit noch unklar. Grund ist, dass der Vertragstext noch rechtlich überprüft und in alle Amtssprachen der EU übersetzt werden muss. Anschließend muss er zudem noch von den Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament gebilligt werden.
Wirtschaftsvertreter forderten am Dienstag Tempo. "Nach der politischen Abschlusserklärung müssen die nächsten Schritte zügig folgen, damit das Abkommen schnell in Kraft treten kann", mahnte Wolfgang Niedermar vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Die deutsche Industrie erwarte starke Impulse durch das Abkommen - vor allem für Schlüsselsektoren wie Maschinenbau, Chemie, Elektrotechnik, Luft- und Raumfahrt, aber auch für die Automobilindustrie und ihre Zulieferer.
Hildegard Müller vom Verband der Automobilindustrie sagte, auch wenn nicht sämtliche Hindernisse abgebaut würden, sei der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen ein wichtiger Schritt für das Exportland Deutschland. Damit werde ein dringend benötigter verbesserter Marktzugang in einem weltweit zunehmend protektionistischen Umfeld umgesetzt.