Inflationsausgleich Firmen drücken sich vor Zahlung

red

Die Gewerkschaft NGG beklagt, dass nach wie vor Betriebe trotz hoher Preissteigerungen nicht an ihre Beschäftigten denken. Sie fordert, die Prämie zumindest in Etappen auszuzahlen.

Die Gewerkschaft NGG fordert Inflationsausgleichzahlungen für die Nahrung-Genuss- ­Gaststätten-Branche. Foto: dpa/Angelika Warmuth

Rund 2490 Unternehmen gibt es nach Angaben der Arbeitsagentur im Landkreis Hof, in der Stadt sind es 1500. Ein Großteil davon drückt sich laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) davor, die Beschäftigten in der Krise zu unterstützen. In einigen Branchen könnten sich Beschäftigte tarifgebundener Betriebe zwar bereits über Nettozahlungen freuen, „aber im Raum Hof machen dennoch viele Chefs einen großen Bogen um die Inflationsausgleichsprämie. Und das geht quer durch alle Branchen: von Metzgereien über Hotels bis zu Lebensmittelbetrieben“, moniert Michael Grundl, Geschäftsführer der NGG-Region Oberfranken.

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Dabei sei die Prämie ein Instrument, das die Bundesregierung extra geschaffen habe, um die Härte der Krise abzufedern. Immerhin habe die Inflation auch im Januar mit einer Teuerungsrate von 8,7 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat im Vorjahr für eine spürbare Belastung der privaten Haushaltskassen geführt. „Die Auswirkungen der Inflation sind verheerend. Monat für Monat steckt weniger Power in der Lohntüte.“

Die NGG fordert Unternehmen in Stadt und Landkreis Hof auf, sich „nicht vor der Inflationsausgleichsprämie zu drücken“. Und: „Die Prämie von bis zu 3000 Euro sollte genutzt werden. Sie kann auch in Etappen ausgezahlt werden. Dieser Verantwortung sollten sich die Arbeitgeber stellen“, fordert Grundl. Es gehe dabei immerhin um effektive Einmalzahlungen, für die keine Steuern und Abgaben fällig werden – also keine Lohnsteuer, keine Abzüge für die Renten-, Kranken-, Pflege-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung. Wer keine Prämie bekomme, solle sich an die Gewerkschaft wenden.

Bei der Inflationsausgleichsprämie handele es sich nicht um einen Ersatzlohn: „Die Prämie ist eine Art finanzielles Inflations-Pflaster, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Langfristig helfen nur Lohnerhöhungen, die sich an den Preisentwicklungen orientieren“, sagt Michael Grundl.

Der Gewerkschafter kündigte Lohnforderungen von „10 plus X“ Prozent an. Azubis müssten mindestens 150 Euro mehr pro Monat bekommen. Dafür werde sich die Gewerkschaft NGG in den kommenden Wochen am Tariftisch einsetzen: „In der Back- und Süßwarenindustrie stehen Lohnverhandlungen bevor. Ebenso in der Milch-, Obst- und Gemüseindustrie. Auch für die Beschäftigten in Brauereien wird es um ein kräftiges Lohn-Update gehen“, kündigt Grundl an. Von Piasten und Bayernland bis hin zu Scherdel Bier und der Kulmbacher Brauerei – die NGG habe „große Namen auf der Lebensmittelkonzern-Liste“ und stelle sich auf „ein zähes Ringen am Tariftisch“ ein.