Innenminister in Rehau Herrmann fordert Sicherheit

Uwe Faerber

Rehau hat den alten Bahnhof saniert und das Umfeld attraktiv gestaltet. Die CSU nutzt die nagelneue Örtlichkeit und lädt alle ein zum Frühlingsfest – auch den bayerischen Innenminister.

Joachim Herrmann spricht einen Wunsch an, der in Hochfranken erfüllt werden soll: Der Freistaat will nach seinen Worten das Beschaffungsamt der bayerischen Polizei in der Hofer Region ansiedeln. Die Behörde soll alle Ordnungskräfte des Freistaates mit Ausrüstung versorgen. Als ersten Schritt wolle man eine Immobilie mieten – Ziel sei ein Logistik-Standort. Daten nannte der Minister nicht. Die Idee ist seit zwei Jahren bekannt, die Stadt Hof hat kürzlich das alte Bauamt dafür ins Gespräch gebracht.

Herrmann freut sich bei seiner Festrede: Es sei schön, nach Corona endlich wieder mit den Menschen beim Bier zu diskutieren – über das, was gut läuft im Land und was nicht. Und natürlich über den Krieg in der Ukraine.

Der Minister zeigt sich beeindruckt vom Widerstand gegen Putins Armee und verspricht, der Ukraine weiter zu helfen – mit Lebensmitteln, mit Waffen und der Aufnahme von Flüchtlingen. „Viele von ihnen wollen schnell in die Heimat zurück. Das ist anders als bei den Flüchtlingen vor sieben Jahren. Aber wir wissen nicht, wie lange der Krieg dauert.“

Herrmann lobt die Hilfsbereitschaft der Deutschen und der Bayern im Besonderen: In den Freistaat kommt nach seinen Angaben jeder Dritte der in die Bundesrepublik geflüchteten Ukrainer: Zwei Drittel davon finden privat Quartier – bisher mehr als 70 000 Menschen, meist Frauen und Kinder. Der Glaube an den ewigen Frieden habe sich als Irrtum erwiesen, sagt Herrmann. Auch deshalb sei es falsch gewesen, die Bundeswehr zu vernachlässigen. „Es kommt ja auch keiner auf die Idee, die Feuerwehr abzuschaffen, wenn es zwei Jahre nicht brennt.“

Wie er den fünf Dutzend Gästen an den Biertischen erklärt, müsse die Bundeswehr so stark sein, dass keiner auf die Idee kommt, anzugreifen. SPD-Verteidigungsministerin Christine Lambrecht spricht er die Fähigkeit ab, die Truppe zu führen, und wundert sich, dass einstige Friedensaktivisten der Grünen heute an der Spitze der Waffenexporteure stünden. Deutschland solle wehrhaft sein – und sich gleichzeitig bemühen, mit allen in Frieden zu leben. So hart er Putin als Verbrecher brandmarkt, so sehr weigert sich Herrmann, die russischen Menschen zu verteufeln. Handel müsse irgendwann wieder mit Russland möglich sein. „Aber wir dürfen nie wieder so abhängig werden“, ergänzt er.

Herrmann fordert für Deutschland: Sicherheit durch Stärke – nach außen und nach innen. Und dafür sei die Polizei sehr wichtig. Bayern sei das sicherste Bundesland – mit der niedrigsten Kriminalitätsbelastung seit 44 Jahren und der höchsten Aufklärungsquote seit 27 Jahren. Aber darauf dürfe sich keiner ausruhen. „Wir stocken sieben Jahre lang – bis 2023 – jedes Jahr die bayrische Polizei um 500 Stellen auf und erreichen mit 145 000 Stellen einen historischen Höchststand.“

Der 65-Jährige fordert seine Zuhörer auf, sich für Bayern zu engagieren. „Die CSU will das Land nicht beherrschen, sie will ihm dienen. Wir haben Mut zur Zukunft – und Lust auf Zukunft. Und wir haben die besten Rezepte, die Menschen in eine gute Zukunft zu führen.“

Wenn Joachim Herrmann redet, dann spricht er seinen Anhängern aus dem Herzen, oder? „Was er sagt, hat Hand und Fuß. Er ist einer der besten Politiker im Freistaat – anständig, solide und ohne Skandale“, meint der 73-jährige Eberhard Dienebier, der mit unter den Zuschauern sitzt und bereits seit 30 Jahren CSU-Mitglied ist.

 

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