Spenden sammeln Movember – eine Schnauzbart-Initiative im Hofer Land

Pirko Nieting
Der Schnurrbart ist das Symbol der internationalen Movember-Bewegung. Aber natürlich sind auch Frauen eingeladen, sich in dieser Initiative – auch im Hofer Land – zu engagieren Foto: picture-alliance/ dpa/Wolfgang Langenstrassen

Christian Hempfling engagiert sich hier seit fünf Jahren. Movember sammelt Geld und setzt sich für die Vorbeugung von Männerkrankheiten ein – im Zeichen des Schnurrbarts.

Hof - Die Movember-Foundation ist eine Stiftung, die ursprünglich in Australien im Jahr 2003 gegründet wurde und inzwischen in 21 Ländern aktiv ist. Es gilt, sich im Monat November einen Schnurrbart wachsen zu lassen und Spenden zu sammeln zugunsten der Erforschung und Vorbeugung von speziellen Gesundheitsproblemen bei Männern, zum Beispiel von Prostata-Krebs – noch viel zu häufig ein Tabu-Thema für das vermeintlich starke Geschlecht, wie Christian Hempfling findet.

Herr Hempfling, wie wurden Sie auf die Movember-Bewegung aufmerksam?

Ich bin das erste Mal in einem Urlaub in Südafrika auf Movember aufmerksam geworden. Da war in Kapstadt ein Riesenrad aufgebaut, vor dem ein Schild stand, dass jeder, der einen Schnauzer hat, zweimal fahren darf. Das Geld für die zweite Fahrt hat der Betreiber des Riesenrads dann an die Movember-Foundation gespendet. Auch andere Geschäfte und Läden haben Aktionen im Rahmen von Movember durchgeführt, immer mit dem Symbol der Bewegung, dem Oberlippenbart. Das fand ich einfach eine coole Sache. Mir wurde bewusst, dass noch viel zu wenig über spezifische Gesundheitsprobleme von Männern wie Prostata- oder Hodenkrebs, aber auch Depressionen und andere psychische Erkrankungen offen geredet wird. Besonders für das vermeintlich starke Geschlecht selbst sind das häufig nach wie vor Tabu-Themen. Movember will mit Humor auch auf Unangenehmes aufmerksam machen.

Wie sind Sie dann vorgegangen, um Movember zu unterstützen?

Zunächst habe ich angefangen, im Freundes- und Bekanntenkreis die Aktion bekanntzumachen und Spenden zu sammeln. Im Folgejahr hatte ich schon ein bekanntes Unternehmen, das Rasiermesser herstellt, als Kooperationspartner, der alle Spenden am Ende verdoppelt hat. Und in diesem Jahr habe ich das Team „Hey, Hofer Land!“ gegründet, um gerade lokal mehr Aufmerksamkeit zu schaffen. Der Name ist aus einem Gemeinschaftsprojekt mit der Hof-Bloggerin Jenny Müller entstanden.

Welches Projekt meinen Sie?

Gemeinsam haben wir einen lokalen You-Tube-Kanal gestartet, um unsere Region zu vermarkten. Ich möchte Firmen, Geschäfte und Organisationen aus dem Hofer Land motivieren, sich mit eigenen Aktionen an Movember zu beteiligen. Ich denke, das wäre auch für die Region eine tolle Sache, wenn wir es schaffen, dass sich viele Geschäfte und Unternehmen daran beteiligen – wenn man durch die Stadt läuft und sieht, aha, die die machen mit, da ist auch ein Plakat mit dem symbolischen Oberlippenbart.

Welche Aktionen gibt es, um Spenden zu sammeln?

Wir konnten in diesem Jahr die Meinel-Brauerei in Hof für Movember gewinnen. Es wird ein spezielles „Movemberbier“ geben mit einem Oberlippenbart auf dem Etikett. Die Kästen sind bei der Brauerei direkt erhältlich. Auch gibt es an diesem Donnerstag, 25. November, wieder unsere Movember-Pizzaparty in „Gustavs Hütte“ in Regnitzlosau. Jeder Gast mit Schnauzer bekommt das Pizzabuffet zum halben Preis. Teile der Einnahmen aus diesen Aktionen gehen als Spende an die Movember-Foundation. Es geht aber auch anders. Das Sporthaus Pfersdorf zum Beispiel veranstaltet im November einen wöchentlichen Lauf, bei dem für jeden gelaufenen Kilometer 50 Cent gespendet werden. Der Kreativität zum Mitmachen sind einfach keine Grenzen gesetzt. Ab Ende November ist dann noch ein Gewinnspiel geplant, an dem jeder, der spendet, automatisch teilnimmt. Infos zu den den genauen Teilnahmebedingungen und über die Aktionen kann man auf meiner Webseite einsehen: www.christianhempfling.com/movember.

Wenn der Oberlippenbart als Symbol der Aktionen dient, wie können dann Frauen mitmachen und Movember unterstützen?

Grundsätzlich können natürlich auch Frauen über meine Webseite dem Team „Hey, Hofer Land!“ beitreten und mit eigenen Aktionen spenden sammeln. Bei Events wie zum Beispiel unserer Pizzaparty und dem vergünstigten Pizzabuffet für Oberlippenbartträger sind auch Frauen und ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt. Es geht ja vor allem um die Symbolik und die Unterstützung der Sache.

 

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