Kaum eine Weltregion ist so stark auf Entsalzungsanlagen angewiesen wie die Golfstaaten. In der trockenen Wüstenregion auf der Arabischen Halbinsel gibt es kaum Süßwasserressourcen. Gemeinsam haben die Länder etwa 3.400 solche Anlagen, in Staaten wie Katar und Bahrain sorgen diese für mehr als 90 Prozent der Trinkwasserversorgung. Die Anlagen sind auch wichtig, um etwa die chemische Industrie und Datenzentren zu beliefern. Viele Anlagen befinden sich an der Küste des Persischen Golfs und damit nur Hunderte Kilometer vom Iran entfernt.
Was könnten die Folgen solcher Angriffe sein?
Ob die Wasserversorgung am Golf flächendeckend gefährdet sein könnte, hängt von der Zahl und Stärke solcher Angriffe ab, wie die Denkfabrik CSIS in einer Analyse schreibt. Der Ausfall durch Schäden an einer einzigen Anlage könnte demnach zunächst von anderen Anlagen ausgeglichen werden. Gefährlicher wären schon Raketen- und Drohnenangriffe auf die größeren Verteilzentren im Wassernetz.
"Der stärkste Effekt könnte psychologisch sein", schreibt CSIS. Denn auch mit dieser Art von Angriffen würde das Image von Sicherheit und Stabilität, auf dem die Golfstaaten ihr Wirtschaftsmodell in großen Teilen aufgebaut haben, beschädigt. Selbst wenn Haushalte am Golf vorübergehend auf anderem Weg mit Wasser versorgt werden müssten - der größere Schaden für die Staaten bestünde wohl darin, dass Touristen, Händler und Investoren dann noch größeren Abstand von der Region nehmen dürften.