Die mit der Regierung verbündeten Kämpfer an der Westküste teilten mit, in ihren Reihen seien bei Gefechten mit der Miliz mehr als 500 Menschen getötet und 1.500 weitere verletzt worden. Es seien "einige der schwersten und intensivsten Kämpfe" gegen die Huthi gewesen, teilten die sogenannten Nationalen Widerstandskräfte mit. Die Miliz habe bei mit Raketen, Drohnen und Sprengstoff-Booten angegriffen.
Land versinkt wieder im Bürgerkrieg
Mit den Kämpfen ist der ohnehin stark verarmte Jemen, der an Saudi-Arabien und den Oman grenzt, erneut tief in den seit mehr als zehn Jahren laufenden Bürgerkrieg gestürzt. Nach UN-Schätzungen von 2021 wurden dabei mehr als 150.000 Menschen bei Kämpfen getötet, 220.000 weitere kamen demnach durch indirekte Kriegsfolgen wie Hunger und Krankheiten ums Leben. Rund 22 Millionen Menschen sind im Jemen derzeit auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Die Kämpfe führten auch zu neuen Fluchtbewegungen aus dem Jemen. 1.400 Flüchtlinge seien innerhalb von 24 Stunden in Dschibuti angekommen, teilte Außenminister Ilyas Dawalh bei X mit. Dschibuti liegt am Horn von Afrika auf der anderen Seite der Meerenge Bab al-Mandab.
Von ihren neu gewonnenen Positionen aus können die Huthi Handels- und andere Schiffe im Roten Meer gezielter angreifen oder stören als zuvor. Sie hatten dort in den vergangenen Jahren mehrfach Schiffe angegriffen und teils versenkt oder diese gekapert. Ein Huthi-Sprecher erklärte aber, dass die Sicherheit der Schifffahrt gewährleistet sei - mit Ausnahme saudischer Schiffe.
Begrenzter Erfolg von EU- und US-Einsätzen
Wegen der Angriffe ab 2023 wurde zum Schutz der Schifffahrt die EU-geführte Mission Aspides und der US-geführte Einsatz Prosperity Guardian ins Leben gerufen. Trotz dieser Einsätze gingen die Huthi-Angriffe aber weiter.